Erstellt am 10. Dezember 2014, 10:32

von APA/Red

Zu früh entlassener Häftling in der Schweiz gefasst. Ein aus der Strafanstalt Garsten in Oberösterreich irrtümlich zu früh entlassener Häftling ist in der Schweiz gefasst worden. Er ist einer der Mittäter des Juwelier-Überfalls in Eisenstadt (2005), bei dem der junge Uhrmacher Bernd Riedl aus Wiener Neustadt schwer verletzt wurde.

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Er gehörte der berüchtigten, auf Juwelier-Überfälle in ganz Europa spezialisierten "Pink-Panther-Bande" an.

Der 30-jährige, 2012 in Eisenstadt wegen Raubes zu sechs Jahren und einem Monat Haft verurteilte Serbe ist wegen einer fehlerhaften Computereingabe im Juni drei Jahre zu früh aus der Justizanstalt Garsten entlassen worden. Ihm wurde zwar danach eine Ladung geschickt, wieder zum Haftantritt zu erscheinen, diese blieb aber unbeantwortet.

Mittäter bei Juwelier-Raub

Der nun in der Schweiz Gefasste war am 28. November 2005 an einem bewaffneten Raubüberfall auf einen Juwelier in Eisenstadt beteiligt. Bei diesem Überfall schoss einer der Kriminellen dem 22-jährigen Uhrmacher Bernd Riedl, der die maskierten Täter nach dem Coup bis zu ihrem Fluchtfahrzeug verfolgte, aus kurzer Distanz ins Gesicht. Der junge Mann wurde zum Pflegefall, sieben Jahre später starb er an den Verletzungsfolgen.

Der zu früh aus der Haft Entlassene hätte auch in dem damit zusammenhängenden Geschworenenprozess im Oktober in Eisenstadt als Zeuge aussagen sollen. Der Angeklagte, ein 27-jähriger Serbe, wurde dennoch wegen schweres Raubes und Körperverletzung mit tödlichem Ausgang rechtskräftig zu sechs Jahren Haft verurteilt. Die Mordanklage hatten die Geschworenen verworfen.

Das Urteil wurde als Zusatzstrafe verhängt, weil der Angeklagte bereits im heurigen Jänner in Madrid wegen Raubes zu sechs Jahren Haft verurteilt worden war. Die spanischen Behörden haben laut Landesgericht die Ermächtigung erteilt, dass der Mann nach Deutschland überstellt wird, weil auch dort ein Verfahren gegen ihn läuft.