Erstellt am 31. März 2016, 15:36

28. Internationale Haydntage: "Haydn & Böhmen". Vom 8. bis 18. September 2016 prägt das Motto „Haydn & Böhmen“ das Festivalprogramm.

 |  NOEN, Haydn Festspiele Eisenstadt

Intendant Walter Reicher beginnt mit diesem Thema einen geographischen Zyklus, der 2016 nach Böhmen blickt und in den Folgejahren Joseph Haydns Wirken und Rezeption in Paris und London beleuchtet. Im September 2016 interpretieren Künstlerpersönlichkeiten wie Adam Fischer, Simone Kermes, Ronald Brautigam, Gábor Boldoczki und Sergei Nakariakov sowie renommierte Orchester Joseph Haydns Werke Seite an Seite mit jenen seiner böhmischen Komponistenkollegen.

„Haydn & Böhmen“

Der neue Zyklus der Internationalen Haydntage beginnt mit Joseph Haydns Karrierestart: Seine erste Anstellung als Kapellmeister führte den aufstrebenden Komponisten zum Grafen Morzin ins böhmische Lukavice bei Pilsen. Für ihn komponierte Haydn seine ersten Symphonien, welche im Festivalprogramm wiederzufinden sind.

Dies ist der Ausgangspunkt für die Beschäftigung mit Haydns geschätzten Komponistenkollegen aus dem böhmischen Kronland der Habsburger. Mit einigen von ihnen stand er in regem Austausch. Carl Ditters von Dittersdorf, Johann Baptist Vanhal und Leopold Koželuch sind hier zu nennen. Gemeinsam mit Haydn, Mozart und Beethoven prägten sie den Stil der Wiener Klassik. Sie hinterließen beachtliche Œuvres, aus denen das Programm der Haydntage schöpfen kann, ebenso wie aus dem Schaffen ihrer Nachfolger Bedrich Smetana, Antonín Dvorák und Gustav Mahler.

Festivalprogramm Orchestras in Residence

Das Eröffnungskonzert und die beiden folgenden Tage stehen im Zeichen der Orchesterresidenz von Classical Opera aus London. Unter der Leitung von Ian Page eröffnen sie mit einer halbszenischen Fassung von Haydns Oper „La canterina“ die Internationalen Haydntage (8.9.), um tags darauf symphonische Mythenvertonungen von Gluck, Dittersdorf, Mozart und Haydn mit Frank Hoffmann als Sprecher zu präsentieren(9.9).

Ab Sonntag übernimmt dann in bewährter Form die Österreichisch-Ungarische Haydn Philharmonie unter der Leitung von Adam Fischer die Residenz mit insgesamt fünf Konzerten. Darin bringen sie Symphonien von Haydn und Dvorák sowie Raritäten des Konzertrepertoires wie Vanhals Kontrabasskonzert D-Dur mit dem Kontrabassisten Ödön Rácz (11.9.) und Koželuchs Konzert zu vier Händen in B-Dur mit Ferhan und Ferzan Önder (16.9.) auf das Podium im Haydnsaal. Dem Festivalfinale sind dann Gustav Mahlers Symphonie Nr.4 und Joseph Haydns C-Dur-Symphonie „Il distratto“ (18.9.) vorbehalten.

Meisterpianisten

Die Internationalen Haydntage laden Jahr  für Jahr die besten Haydninterpreten und Künstler ihres Fachs nach Eisenstadt ein – daraus entsteht eine interessante Mischung aus Musikern, die bereits in Eisenstadt zu hören waren, und Premieren für das Publikum. Der Hamburger Pianist Sebastian Knauer ist zum zweiten Mal Gast des Festivals.

Gemeinsam mit dem Kammerorchester Basel spielt er vier Klavierkonzerte an einem Abend: Dittersdorfs Klavierkonzerte B-Dur und A-Dur sowie Haydns Klavierkonzerte F-Dur und G-Dur – ein wahrer Klaviermarathon (10.9.). Eine Woche später gehört der Haydnsaal dem niederländischen Klaviervirtuosen Ronald Brautigam am Hammerflügel und der Kölner Akademie unter der Leitung von Michael Alexander Willens für Beethovens Klavierkonzert Nr.1 (17.9.).

Virtuosen-Vielfalt

Nicht einzeln, sondern in Kombination, als Duo, Trio oder Ensemble, geben sich heuer Solistengrößen ein Stelldichein während der Internationalen Haydntage. Koloratursopranistin Simone Kermes tritt mit The Clarinotts und Pianist Daniel Heide auf (12.9.). Eine globale Mixtur an Musikstücken aus dem Habsburger Reich und darüber hinaus bieten The Philharmonics (13.9.). Cellist Nicolas Altstaedt steht erstmals bei den Haydntagen am Pult der Österr.-Ung. Haydn Philharmonie und ist am selben Abend auch als Cellist mit Haydns Cellokonzert C-Dur sowie Vanhals Cellokonzert C-Dur zu erleben (14.9.).

Die Trompeten-Stars Gábor Boldoczki und Sergei Nakariakov konnten für einen gemeinsames Konzert gewonnen werden: Mit der Prague Philharmonia/Mila Turkovic spielen sie neben Werken von Neruda und Bellini  Haydns Pflichtkonzert für ihr Instrument, das Trompetenkonzert Es-Dur.

Haydn sakral

Der Philosophie des Festivals folgend – Joseph Haydns gesamtes Werk und sein breites Spektrum an Musikgattungen darzustellen – gehören die Aufführungen seiner sakralen Werke in den Haydn-Kirchen Eisenstadts zum festen Bestandteil der Internationalen Haydntage.

Am ersten Sonntag wird Haydns „Mariazeller Messe“ sowie Musik für Orgel und Trompete im Haydn Mausoleum der Bergkirche erklingen(10.9.).

Kammermusik-Zyklus

Die Matineen im Empiresaal sind der Kammermusik vorbehalten. Hier ist die ganze Bandbreite des kammermusikalischen Schaffens von Joseph Haydn und seinen Kollegen aus Böhmen Maßstab für die Werkwahl: Von der Klaviersonate bis zum Klavierquartett reicht das Spektrum.

Besonders zu nennen ist die Matinee zum 250. Todestag von Gregor Joseph Werner, Haydns Vorgänger als Kapellmeister bei der Familie Esterházy: Phoenix Baroque Austria nimmt das Publikum mit auf eine Zeitreise in einen musikalischen Salon wie er bei Gregor Joseph Werner hätte stattfinden können (15.9.).

Joseph Haydn im Mozarthaus Vienna

In Wolfgang Amadeus Mozarts Wohnung, die er von Ende September 1784 bis Ende April 1787 bewohnte, fand jener legendäre Streichquartettabend statt, bei dem Wolfgang A. Mozart, Joseph Haydn, Carl Ditters von Dittersdorf und Johann Baptist Vanhal miteinander musizierten – hochkarätiger konnte ein Quartett zu jener Zeit wohl nicht besetzt sein…

Diese besondere Atmosphäre wird im September aufgegriffen, wenn die Internationalen Haydntage die Anfänge von Joseph Haydns Weltkarriere im böhmischen Pilsen zum Anlass nehmen, sein Werk mit denen der böhmischen Komponisten in Verbindung zu setzen.

Statements

Durch die umfassende Haydn-Pflege im Burgenland wird die Musik des ‚Genius loci‘ an Originalschauplätzen erlebbar gemacht. Die Haydn Festspiele Eisenstadt bringen anlässlich der Internationalen Haydntage bereits zum 28. Mal ein weltweites Publikum ins Burgenland und positionieren unser Bundesland mit seiner Landeshauptstadt Eisenstadt als internationales Zentrum für die Musik von Joseph Haydn. Die Internationalen Haydntage sind der Garant für qualitativ höchstwertige Haydnpflege am Haydn-Originalschauplatz Schloss Esterházy. Das diesjährige Thema ‚Haydn & Böhmen' wird mit seinem vielfältigen Programm auch 2016 unsere Besucher begeistern. Ich sehe den Internationalen Haydntagen mit Freude entgegen, weil ich von der Professionalität der lange erprobten Organisatoren überzeugt bin.“
(Helmut Bieler, Landesrat für Kultur und Finanzen, Burgenland)

„Die Internationalen Haydntage der Eisenstädter Haydn Festspiele haben sich seit ihrer Gründung zu einem unverzichtbaren Teil des Kulturlebens der burgenländischen Landeshauptstadt entwickelt. Die umfangreichen Tätigkeiten der Haydn Festspiele und die nahezu 100-prozentige Auslastung der Konzerte auf höchstem musikalischen Niveau an den Originalschauplätzen Joseph Haydns beweisen, welch hohe und wichtige Bedeutung die Haydnpflege für Eisenstadt hat. Viele internationale Gäste und Haydn-Fans aus Österreich sind für den Tourismus und den Einzelhandel in unserer Stadt unverzichtbare Faktoren für einen wirtschaftlichen Erfolg. Eine hohe Wertschöpfung und Umwegrentabilität rechtfertigen auf jeden Fall auch die finanziellen Mittel, die die Stadt zum Gelingen beiträgt.
(Mag. Thomas Steiner, Bürgermeister Eisenstadt)

Haydnliebhaber und Klassikfans können bei den Internationalen Haydntagen 2016 wieder ausgesuchte und exklusiv zusammengestellte Konzertprogramme erleben. Mit ‚Haydn & Böhmen' starten wir bei den 28. Internationalen Haydntagen einen neuen, geographischen Zyklus, der sich über drei Jahre erstrecken wird. Wir werden uns darin mit den Wirkungszentren von Joseph Haydn befassen.“
(Dr. Walter Reicher, Intendant Haydn Festspiele Eisenstadt)

„Man kann sich nicht lange und intensiv genug mit Joseph Haydns Werk beschäftigen. Es ist eine dankbare und schöne Aufgabe, sich als Interpret immer wieder damit auseinanderzusetzen, ständig entdeckt man Neues. Die Kombination von Haydns Werken mit der Musik böhmischer Komponisten, Haydns Zeitgenossen und Nachfolgern, macht seinen Einfluss und Stellenwert deutlich. Die Programmwahl aus großen Symphonien und weniger bekannten Solistenkonzerten wird eine Bereicherung für das Publikum sein.
(Adam Fischer)