Erstellt am 01. Juli 2013, 10:46

314.407 im Juni auf Jobsuche. Im Juni 2013 befanden sich 314.407 Personen auf Jobsuche - um 30.770 mehr als im Juni 2012.

Besonders betroffen waren Langzeitarbeitslose (plus 23 Prozent), Ausländer (plus 18 Prozent), Behinderte (plus 18 Prozent) und Alte (plus 16 Prozent). Auffällig ist, dass die Hälfte der neu vorgemerkten Arbeitslosen über keinen formalen Schulabschluss verfügt. Immer größer wird die Lehrstellenlücke. Mit 4.366 Suchenden wurde ein Plus von 7 Prozent verzeichnet, während die Zahl der gemeldeten offenen Lehrstellen um 11 Prozent (2.825 Stellen) zurückging. Die Arbeitslosenrate bei Jugendlichen (15 bis 24 Jahre) fiel aber im Vergleich zur Generation 50+ mit plus 6,5 Prozent relativ moderat aus.

Bei all den schlechten Zahlen gibt es aber auch Gutes zu vermelden: Mittlerweile sind 3.509.000 Menschen unselbstständig beschäftigt, ein Plus von 22.000 Personen im Jahresvergleich. Ein Lichtblick - wenn auch nicht für die Betroffenen - ist auch die noch immer niedrigste Arbeitslosenrate Österreichs innerhalb der EU. Die EU-Quote lag bei 11 Prozent, die von Österreich bei 4,9 Prozent.

Nach Bundesländern aufgeschlüsselt musste Kärnten mit +15,2 Prozent den höchsten Anstieg der Arbeitslosigkeit (einschließlich Schulungsteilnahmen) hinnehmen. Den geringsten Zuwachs verzeichnete Vorarlberg mit +6,2 Prozent. Nach Branchen betrachtet schwächelt nach wie vor insbesondere der Bau. Hier gab es ein Plus von knapp 15 Prozent auf 16.432 vorgemerkte Arbeitslose.

Sozialminister Hundstorfer machte bei der Präsentation der jüngsten Arbeitsmarktdaten die schwache Wirtschaftsentwicklung im wichtigen Exportmarkt EU für den Anstieg der Arbeitslosigkeit mitverantwortlich und unterstrich routiniert die im EU-Vergleich geringe österreichische Arbeitslosenquote. Zehntausende Arbeitsplätze sichern oder sogar neue schaffen soll das von der Regierung angekündigte jüngste Konjunkturpaket.

Für die FPÖ "beweist" der Anstieg der Arbeitslosenzahlen bei Ausländern und Unqualifizierten eine "verfehlte Einwanderungspolitik".