Erstellt am 25. Mai 2013, 03:02

330.000 Besucher bei Lange Nacht der Kirchen. Knapp 330.000 Menschen haben am Freitag laut Veranstalter die Lange Nacht der Kirchen besucht, das sind 10.000 mehr als im vergangenen Jahr.

739 Gotteshäuser in ganz Österreich hatten zu 3.250 Veranstaltungen geladen, auch "heiße Eisen" wurden dabei nicht ausgespart. Ein Höhepunkt am Rande war ein Balanceakt auf einem Hochseil auf dem Wiener Stephansdom durch "Slackliner" Christian Waldner. Die Eröffnungsfeier, bei der Vertreter aller christlichen Kirchen in Österreich teilnahmen, hatte in der Lutherischen Stadtkirche im ersten Wiener Bezirk stattgefunden. Der emeritierte Wiener Weihbischof Helmut Krätzl rief dabei in seiner Predigt zu mehr Mut in der Ökumene auf.

Zugleich wies er alle Ansichten zurück, welche die Kirchen "in die Hinterzimmer verbannen wollen". Der Glaube verpflichte die Christen dazu, sich in der Gesellschaft zu engagieren. Gerade auch in der "Langen Nacht" dürfe nicht auf jene vergessen werden, die am Rand der Gesellschaft stehen, bezog sich Krätzl auch auf das Thema Asyl, das auch aufgrund der Besetzung der Votivkirche bei der Langen Nacht thematisiert wurde.

Dem Thema Asyl widmeten sich gleich mehrere Veranstaltungen: So wurde im Club Stephansplatz nach der Aufführung eines Dokumentarfilms der Umgang mit Flüchtlingen bei einer Podiumsdiskussion beleuchtet. Auch in der Votivkirche, die wochenlang von Asylwerbern okkupiert war, wurde das Thema Nächstenliebe beleuchtet.

Ein weiteres heikles Thema - spätestens seit dem gescheiterten Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien - wurde im Wiener Priesterseminar in der Strudlhofgasse angegriffen: Dort erörterten Astronomen und Theologen die Vereinbarkeit von Wissenschaft und Religion. In der Justizanstalt Wien-Simmering wurde der Schwerpunkt auf das Thema Gefangenen-Seelsorge gelegt, im erzbischöflichen Palais gab es Einblicke in die Arbeit der Stabsstelle für Missbrauchs- und Gewaltprävention.

Der Balanceakt durch den "Slackliner" Christian Waldner war eigentlich kein offizieller Programmpunkt der Langen Nacht der Kirchen, sondern gehörte ins Rahmenprogramm des Steffl-Kirtags. Für die Hunderten Schaulustigen machte dies jedoch keinen Unterschied, ganze zehn Minuten dauerte der Drahtseilakt.