Erstellt am 15. Januar 2013, 13:24

400 zusätzliche Arbeitslose im Jahr 2013. Eine Zunahme der Arbeitslosigkeit um rund 400 Personen erwartet das AMS 2013 im Burgenland.

Gleichzeitig rechne man mit einem Beschäftigungszuwachs im selben Ausmaß, so AMS-Landesgeschäftsführerin Helene Sengstbratl am Dienstag in Eisenstadt. 2012 habe man durch die verschärfte Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt etliche Zielwerte nicht erreicht.

"Wir rechnen mit einer Arbeitslosenquote von 8,2 Prozent, das wird schon ein bisschen zäh", erläuterte Sengstbratl. Am Arbeitsmarkt schwächere Gruppen würden somit länger arbeitslos bleiben.

2012 sei vom Wirtschaftsabschwung und einem stark steigenden Arbeitskräfteangebot geprägt gewesen: Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten nahm im Burgenland um 2,3 Prozent zu - der Österreich-Schnitt lag bei 1,3 Prozent. Gleichzeitig stieg die Zahl der Arbeitslosen um 6,3 Prozent und lag somit etwas über dem Bundesdurchschnitt, berichtete Sengstbratl.

Die Arbeitslosigkeit habe vor allem in den Bereichen Industrie und Gewerbe, Handel und Verkehr sowie bei Dienstleistungen und im Gesundheitsbereich zugenommen. Mit durchschnittlich 8.149 Arbeitslosen im Burgenland sei man um 150 Personen unter dem Wert des Krisenjahres von 2009 geblieben. Gegenüber 2011 gab es im Vorjahr jedoch um knapp 500 Menschen mehr ohne Job, so die AMS-Geschäftsführerin.

Folgen der Arbeitsmarkt-Liberalisierung seien im Burgenland höhere Arbeitslosigkeit, ein höheres Arbeitskräfteangebot und stärkerer Wettbewerb, berichtete Sengstbratl. Das Jobangebot sei 2012 um 14 Prozent "abgesackt": Die Betriebe hätten weniger offene Stellen gemeldet - teils konjunkturbedingt und teils deshalb, weil genügend Arbeitskräfte direkt bei ihnen vorstellig wurden. Die Vorgabe, 9.000 offene Stellen zu akquirieren und zu besetzen, habe man um 1.700 Stellen verfehlt.

Für heuer stehe dem AMS Burgenland ein Budget von rund 35,2 Mio. Euro zur Verfügung, um 0,9 Mio. Euro weniger als im Vorjahr, berichtete der stellvertretende Landesgeschäftsführer Manfred Breithofer. Über 70 Prozent davon sollen in Qualifizierungsangebote für Jobsuchende investiert werden.

Jobsuchende aus den Nachbarländern legen zum Teil eine höhere Entschlossenheit an den Tag: Es sei öfters zu beobachten, dass, wenn man eine offene Stelle publiziere, sich am nächsten Tag bereits eine ganze Reihe Ungarn beworben habe: "Und die arbeitslosen Österreicher, die brauchen ein paar Tage, bis sie die Information haben - oder die sind nicht so schwer unter Druck offensichtlich, dass sie sich so schnell bewerben", so Sengstbratl.

Ein Tipp wäre deshalb, "an Tempo zulegen, wirklich täglich die Angebote sichten" und selbst initiativ zu werden, zum Beispiel Blindbewerbungen zu schicken, so Sengstbratl.