Erstellt am 21. Mai 2015, 23:30

von APA/Red

Favoriten setzten sich im 2. ESC-Halbfinale durch. Das Starterfeld für das große Finale des Eurovision Song Contests am 23. Mai steht: Zehn Länder schafften es am Donnerstagabend im 2. Halbfinale des musikalischen Megawettbewerbs in der Wiener Stadthalle, ein Finalticket zu lösen.

Mans Zelmerlöw gilt als Favorit  |  NOEN, APA

Darunter finden sich die Favoriten Schweden, Norwegen oder Slowenien. Ausgeschieden sind hingegen Länder wie San Marino, die Schweiz Island oder Irland.

Für das Finale qualifizierten sich weiters Aserbaidschan, Israel, Lettland, Litauen, Montenegro, Polen und Zypern. Ausgeschieden sind noch Malta, Portugal und Tschechien.

Favoriten: Schweden, Italien, Russland und Australien

Beim großen Höhepunkt der Song-Contest-Woche in Wien am Samstag dürfte sich aus Sicht der Wettbüros der Kampf um die Trophäe zwischen Schweden, Italien, Russland und Australien abspielen. Zelmerlöw liegt mit Quoten von 1,75 bis 2 an der Spitze des Wettrankings, gefolgt vom Popera-Trio Il Volo, das es auf 2,75 bis 3,8 bringt.

Polina Gagarina hat nach ihrem überstandenen Semifinale am Dienstag nun sogar Australiens Guy Sebastian vom Stockerl gestoßen und bringt Wettern im Falle eines Siegs Quoten von 3 bis 4,8. Sollte es aber "Tonight Again" heißen und Sebastian beim ersten Antreten den Song Contest für Australien entscheiden, winkt das bis zu Zehnfache des Einsatzes.

Bei für Mai durchaus ungewöhnlich niedrigen Temperaturen aber zumindest durchgehend trockenen Fußes fanden sich am Donnerstagabend am Wiener Rathausplatz wieder tausende Menschen ein, um das zweite Semifinale des Song Contests gemeinsam zu schauen. Der Favorit des Eurovision Village war dabei klar jener der Buchmacher: der Schwede Mans Zelmerlöw mit "Heroes".

Er erntete mit Startnummer 13 auch tatsächlich - zusammen mit Israel - den meisten Applaus, noch bevor er es überhaupt auf die Bühne geschafft hatte. Auch während seiner Performance herrschte Partystimmung. "Schweden gewinnt das", meinten nach Zelmerlöws Auftritt gleich mehrere Fans. Den Auftakt machte am Donnerstag aber erst einmal Litauen. "Eurovision, make some noise!", rief Vaidas Baumila - eine Aufforderung, der durchaus auch beim Public Viewing nachgekommen wurde.

"Ich würde mir wünschen, sagen zu können, Irland kommt weiter. Aber ich glaube leider nicht", zeigte sich ein irischer Fan im Vorfeld pessimistisch. Stattdessen glaube er an Schweden und Israel - nicht zu Unrecht, wie sich nach der Show herausstellte. Molly Sterling aus Irland musste leider nach Hause fahren.

Public Viewing am Wiener Rathausplatz

Von "Chain of Lights" aus San Marino waren die Fans im Village dagegen sichtlich ganz angetan - was auch das Licht bewies. Denn per Osram Lightify-App konnten die Besucher am Rathausplatz direkt ihre Wertung abgeben. Für Michele Perniola und Anita Simoncini färbte sich die Bühne erstmals grün, was immerhin fünf Punkte auf der ESC-Farbenskala bedeutete. Für das Finale reichte es dann dennoch nicht.

Im Village hat man übrigens gegenüber der TV-Übertragung im ORF nicht nur den Vorteil der Gesellschaft: Statt Werbepausen sieht man am Rathausplatz Conchita, die die Künstler im Green Room interviewt.

"Wir sind heuer ein bisschen düster", gab eine Norwegerin zu. Dennoch hoffe sie auf ein Weiterkommen, denn "es ist auch ein super Song". Die Hoffnungen wurden nicht enttäuscht. "A Monster Like Me" von Mörland und Debrah Scarlett wurde der kleinen Favoritenrolle gerecht. Und auch die Bühnenbeleuchtung kletterte in gelbe sieben bis acht Punkte-Höhen.

Für Israel schwenkten am Rathausplatz gleich mehrere Fans teils auch große Fahnen. Nadav Guedj brachte mit "Golden Boy" das Village zum ersten Mal zum Klatschen, Jubeln und Beben. Für Aserbaidschan hatten es dagegen nicht so viele Menschen vor die Videowall geschafft. Aber auch die anderen Nationen jubelten für den immer wieder auch als Favoriten gehandelten Elnur Hüseynov - gelbe Lichtwertung für "Hour Of The Wolf". Auch der Rest Europas zeigte sich ähnlich begeistert.

Flaggenmäßig gut vertreten war an diesem Abend übrigens auch Slowenien. Dementsprechend wurden Maraaya und "Here For You" gefeiert. Manche Fans probten sogar artistische "auf den Schultern sitzen und Fahnen schwenken"-Manöver.

Gejubelt wurde übrigens auch für Teilnehmer, die heute gar nicht gesungen haben: Vor allem Il Volo aus Italien und die österreichischen ESC-Starter The Makemakes sorgten bei ihren Interviews für Begeisterungsstürme am Rathausplatz. Wie auch schon am Dienstag bewies das Public Viewing-Publikum ein ziemlich sicheres Gespür: Alle Lieblinge schafften es ins Finale.