Erstellt am 24. Mai 2015, 13:19

Gastgeber Österreich mit Punkte-Negativrekord. Österreich ist Rekordhalter beim Eurovision Song Contest - in der 0-Punkte-Bilanz.

 |  NOEN, GEORG HOCHMUTH (APA)
Mit der punktelosen Niederlage der Makemakes Samstagnacht zieht Österreich an der Konkurrenz vorbei und kann mit bis dato vier Mal 0 Punkten in der 60-jährigen Geschichte des Wettbewerbs Platz 1 der Nullnummern für sich verbuchen. Auch hat noch nie ein Gastgeberland keinen einzigen Punkt im Bewerb erhalten.

Überhaupt scheint Österreich eine intensive Beziehung zur so gefürchteten Nullerwertung zu haben, gehörte doch bereits Eleonore Schwarz 1962 mit "Nur in der Wiener Luft" zum Kreis jener vier Länder, die erstmals 0 Punkte kassierten. 1988 folgte Wilfried mit "Mona Lisa" und 1991 Thomas Forstner mit "Venedig im Regen". In gewissem Sinne stehen die Makemakes mit dem Song "I Am Yours" also in österreichischer Tradition.

Makemakes: "We are the ZEROES of our time"

Mit Humor nahm die österreichische Gruppe The Makemakes ihr Null-Punkt-Ergebnis beim Finale des 60. Eurovision Song Contest: "We are the ZEROES of our time", hieß es nach ihrem Abschneiden in Anspielung auf den schwedischen Sieger-Song auf ihrem Facebook-Account. Am Nachmittag ist die Gruppe ab 15 Uhr im Magna Racino Ebreichsdorf im Einsatz, "doing some horse business and little bit of music".

Stadt Wien freut sich über "riesigen Erfolg"

Für die Stadt Wien, den Austragungsort des heurigen Eurovision Song Contest, ist das Event ein "riesiger Erfolg, den man gar nicht hätte erwarten können", wie der zuständige Stadtrat Christian Oxonitsch (SPÖ) am Sonntag sagte. Es sei unter Beteiligung aller gelungen, "ein tolles Bild der Stadt in die Welt zu senden", freute er sich.

Nicht nur die Stimmung sei großartig gewesen, auch von den internationalen Gästen und Delegationen habe es viel Lob gegeben, berichtete Oxonitsch. "Das internationale Echo war überwältigend. Selbst die EBU hat gesagt, sie haben das noch nie erlebt, dass eine ganze Stadt so hinter dem Event steht", so der Stadtrat. Es habe vor allem gut funktioniert, die Kreativität in der Stadt zu fördern und alle Abteilungen in die ESC-Vorbereitungen einzubinden - von Green Event bis ESC-Bim.

Die Budgets haben gehalten

Das hat sich die Stadt auch einiges kosten lassen, aber: "Die Budgets haben gehalten, das kann man jedenfalls vonseiten der Stadt sicher sagen", betonte Oxonitsch. Auch für den Austragungsort, die Wiener Stadthalle, war der Ressortchef voll des Lobes: Eine Halle - mitten in der Stadt -, in der alles von Pressezentrum bis Green Room vereint sei, sei einfach ein "Riesenasset" für alle gewesen. "Die alte Dame hat sich gut bewährt."

So viel Lob es für den Gastgeber Österreich auch gegeben haben mag, in Punkten hatte sich das gestern nicht wirklich ausgedrückt. Das bereitete dem Stadtrat am Folgetag kein Kopfzerbrechen: "Es hat sich so zugespitzt auf ein Rennen der Top Drei, da sind die Makemakes ein bisschen unter die Räder gekommen." "Aber man muss den ESC in der Hinsicht ja nicht immer so ernst nehmen", meinte Oxonitsch.

Sechs Millionen Tweets während des Finales

Das Finale des Eurovision Song Contests hat auch in den sozialen Medien für ziemliches Echo gesorgt: Sechs Millionen Tweets wurden während des Events abgesetzt, wie am Sonntag per offiziellem Eurovision-Twitteraccount bekannt gegeben wurde. Das sei um eine Million mehr Nachrichten als noch das Finale 2014 geschafft hatte. Am häufigsten erwähnt: Schweden, Spanien und Russland.

"We have thrashed our record this year", freuten sich die Verantwortlichen. Auch wenn Schweden am häufigsten per Hashtag erwähnt wurde, Auftritte anderer Nationen regten scheinbar noch mehr zum Kommentieren und Diskutieren an. Während des Auftritts von Georgien, dem Song der Spanierin Edurne und dem australischen "Tonight Again" gab es die meisten Tweets pro Minute.

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