Erstellt am 26. März 2013, 14:40

Abgabenlast sinkt bei hohem Einkommen. Österreich ist eines von nur drei Industrieländern, in dem Spitzenverdiener eine geringere Abgabenlast zu schultern haben als der Mittelstand.

Das hat die OECD im Rahmen ihrer Steuerstudie "Taxing Wages" ermittelt. Grund sind die Sozialversicherungsbeiträge, die in Österreich nach oben hin gedeckelt sind. Noch nicht berücksichtigt ist die seit heuer geltende "Solidarabgabe" für Top-Verdiener. Demnach gehört Österreich gemeinsam mit Deutschland und Spanien zu nur drei OECD-Staaten, in denen das Abgabensystem nicht progressiv sondern degressiv wirkt. Der Unterschied: In einem progressiven System steigt die Abgabenlast (in Prozent des Einkommens) mit zunehmendem Einkommen an, während sie bei regressiven Systemen ab einem bestimmten Einkommen wieder sinkt.

In Österreich sieht das so aus: Wer kinderlos ist und 20.500 Euro brutto jährlich verdient, muss 40 Prozent für Steuern und Sozialversicherung abliefern, bei 40.855 Euro (durchschnittlicher Vollzeitarbeitnehmer in der Privatwirtschaft) werden 48,9 Prozent fällig. Bis rund 60.000 Euro steigt die Abgabenlast auf 52,5 Prozent weiter an. Bis zu diesem Punkt ist das Abgabensystem progressiv, danach gehen die Abgaben aber wieder zurück: Ein Alleinstehender mit rund 102.000 Euro jährlich zahlt mit 49,6 Prozent wieder in etwa so hohe Steuern und Abgaben wie ein Durchschnittsverdiener.

Ähnlich degressiv ist der Steuerverlauf nur in Deutschland und Spanien (dort allerdings auf niedrigerem Niveau). Grund für den Rückgang der Abgabenlast bei Spitzenverdienern sind laut OECD die Sozialabgaben. Während die Steuersätze nämlich mit dem Einkommen ansteigen, ist der Sozialversicherungsbeitrag gedeckelt: Ab 4.440 Euro Monatsbrutto (2013) werden keine zusätzlichen Beiträge mehr fällig. In den Zahlen nicht berücksichtigt ist die seit heuer geltende "Solidarabgabe" für Spitzenverdiener ab 186.000 Euro.