Erstellt am 05. Dezember 2012, 12:01

Ärztekammer trägt Protest auf die Straße - NÖ nicht dabei. Die Ärztekammer hat ihren Protest gegen die geplante Gesundheitsreform am Mittwoch auf die Straße und in die Ordinationen getragen.

 In einem bundesweiten Aktionstag haben Ärzte und Funktionäre in den Praxen und auf öffentlichen Plätzen die Patienten über die ihrer Meinung nach drohenden Einsparungen und Leistungskürzungen informiert. Niederösterreich beteiligte sich als einziges Bundesland nicht daran. Dort teilt man zwar die Kritik an der geplanten Gesundheitsreform, nicht aber die Form des Protestes.

In Wien, Oberösterreich, Salzburg, der Steiermark und dem Burgenland wurden in den Ordinationen und an öffentlichen Plätzen Flugzettel und Broschüren an die Passanten verteilt. In Tirol, Vorarlberg und Kärnten bekamen nur die Patienten in den Ordinationen von den Ärzten das Info-Material in die Hand gedrückt. Dabei wurde zum Teil nicht mit drastischen Beispielen gespart.

Dass die Ärzte nur ihre eigenen Interessen und nicht jene der Patienten vertreten, wies der Vizepräsident der Ärztekammer und Bundeskurienobmann niedergelassener Ärzte, Johannes Steinhart, zurück. Die Verteidigung einer guten Gesundheitsversorgung sei auch im Interesse der Patienten, ebenso die Forderung nach 1.000 zusätzlichen Kassenstellen.

Die praktisch von allen Seiten auf die Ärztekammer einprasselnde Kritik nimmt der Vizepräsident "gelassen entgegen". Er erwarte keine emotionale Verstimmung sondern Gespräche, meinte Steinhart.

Am 13. und 14 Dezember hält die Österreichische Ärztekammer ihren Kammertag und ihre ordentliche Vollversammlung ab. Dabei soll über weitere Protestmaßnahmen entschieden werden, nachdem bei der außerordentlichen Vollversammlung vor zwei Wochen noch kein Beschluss gefasst worden ist. Zur Diskussion stehen nach wie vor Ordinationsschließungen am 16. Jänner sowie Groß-Demonstrationen und Kundgebungen im Jänner und Februar.