Erstellt am 15. April 2013, 12:58

Ärztekammer will Verbesserungen bei Krankenkassen. Differenziert beurteilt die Ärztekammer die Übererfüllung der Sparziele durch die Krankenkassen.

Präsident Wechselberger sieht darin keinen Grund zu vorbehaltlosem Jubel, sondern vielmehr einen Anlass, das Leistungsangebot der Krankenkassen zeitgemäß zu verbessern. Darüber hinaus müsse dringend in den Ausbau der medizinischen Versorgung im niedergelassenen Bereich investiert werden, forderte er.

"Es ist nicht die primäre Aufgabe der Krankenkassen zu sparen. Sie haben für eine soziale und solidarische Absicherung sowie eine zeitgemäße Gesundheitsbetreuung der Bevölkerung zu sorgen", meinte der Ärztepräsident.

Auch FPÖ-Gesundheitssprecherin Dagmar Belakowitsch-Jenewein betonte, dass die Krankenkassen "kein Sparverein" seien und forderte, die Überschüsse in Leistungen für Versicherte zu investieren. Der Jubel über die "eingesparte" Milliarde ist für Belakowitsch-Jenewein unangebracht. Im Gegensatz zu Gesundheitsminister Stöger ist sie der Meinung, dass die Einsparungen mit massiven Leistungskürzungen teuer erkauft worden seien.

Die Krankenkassen haben laut einem Monitoringbericht des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger, den Stöger am morgigen Dienstag dem Ministerrat vorlegen wird, die von der Politik vorgegebenen Finanzziele in den vergangenen vier Jahren um 946 Millionen übererfüllt. Ihren Schuldenberg haben die Kassen damit fast abgebaut, nur die Wiener Gebietskrankenkasse hat noch Schulden von 150 bis 200 Millionen Euro.