Erstellt am 17. Oktober 2012, 10:27

Angst vor Atomkatastrophe gewachsen. Die Angst der Österreicher, dass sie in ihrem Land von einer Atomkatastrophe heimgesucht werden könnten, ist seit dem Super-GAU von Fukushima stark gewachsen.

Während unmittelbar nach den Reaktorunfällen im Frühling 2011 in Japan nur 27 Prozent glaubten, dass sie ein derartiges Szenario betreffen könnte, tun das mittlerweile 78 Prozent. Das zeigt eine Umfrage des Linzer "market"-Instituts.

Durch die AKW-Stresstests in Europa sei das Problem den Österreichern geografisch näher gerückt, interpretieren die Meinungsforscher die Ergebnisse. Das Interesse an den Kraftwerksprüfungen ist hoch. 88 Prozent der Befragten wissen darüber Bescheid, wobei Männer besser informiert sind als Frauen.

36 Prozent der Österreicher halten es für "sehr wahrscheinlich", dass ihr Land von einer Atomkatastrophe betroffen sein könnte, 42 Prozent für "wahrscheinlich". 20 Prozent erachten dieses Szenario als "eher unwahrscheinlich", einige legten sich nicht fest. Völlig ausschließen wollte es allerdings gar niemand. Kurz nach Fukushima dachten noch 64 Prozent eher nicht, dass Österreich betroffen sein könnte, und neun Prozent negierten die Gefahr völlig.

Tendenziell sind Männer, ältere Personen, und einfacher Gebildete pessimistischer. Ost- und Südösterreicher machen sich mehr Sorgen als Befragte aus dem Westen, Landbewohner mehr als Städter.

Auch wenn die Umfrage zeigt, dass die Österreicher böse Vorahnungen hinsichtlich Atomkraft haben, so scheinen heute weniger Leute persönliche Vorsorgemaßnahmen zu treffen als noch 2011: Nur 25 Prozent gaben an, Notvorräte an Trinkwasser, Lebensmitteln, Kerzen etc. angelegt zu haben, nach Fukushima waren es zumindest 30 Prozent. 37 Prozent gaben sogar zu, gar nicht vorgesorgt zu haben (2011: 24 Prozent).