Erstellt am 01. Februar 2013, 17:16

Arbeitslosigkeit klettert auf Rekordwert. Der Wintereinbruch und eine schwache Konjunkturentwicklung haben die nationale Arbeitslosenquote im Jänner auf den Rekordwert von 9,1 Prozent steigen lassen.

Zum Vergleich: In der Wirtschaftskrise betrug die Arbeitslosenrate im Jänner 2009 8,4 Prozent und im Jänner 2010 rund 9,0 Prozent. Gleichzeitig hat Österreich im EU-Vergleich weiterhin die niedrigste Arbeitslosenrate. AMS-Chef Johannes Kopf rechnet aufgrund der schwächelnden Wirtschaftsentwicklung in Österreich mit weiterhin steigenden Arbeitslosenzahlen im laufenden Jahr. "Trauriger Höhepunkt" werde der Jänner 2014, ab dann müsste es einen Rückgang geben, sagte Kopf im Ö1-Mittagsjournal des ORF. "Hochqualifizierte sind nachgefragt, Niedrigqualifizierte immer weniger", skizzierte er die weitere Arbeitsmarktentwicklung.

Die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen ist per Ende Jänner im Vergleich zum Vorjahresmonat um 6,4 Prozent oder 20.394 Personen auf 338.421 angestiegen. Zusätzlich wuchs die Anzahl der Schulungsteilnehmer um 5.970 (+9 Prozent) auf 72.241. Damit waren insgesamt 410.662 Personen in Österreich ohne Job und um 6,9 Prozent mehr als im Jänner 2012.

Nach EU-Berechnung belief sich die heimische Arbeitslosenquote im Dezember - das ist der aktuellste verfügbare Wert - auf 4,3 Prozent. Österreich hat damit erneut die niedrigste Arbeitslosigkeit in der EU, gefolgt von Luxemburg und Deutschland mit jeweils 5,3 Prozent. Die höchsten Arbeitslosenquoten meldeten Griechenland (26,8 Prozent im Oktober 2012) und Spanien (26,1 Prozent). In den 27 EU-Staaten betrug die Arbeitslosenquote im Schnitt 10,7 Prozent. EU-weit waren knapp 30 Millionen Männer und Frauen ohne Job.

"Wie jedes Jahr wird mit dem Höhepunkt des Winters auch der Höchststand der Saison- und damit auch Gesamtarbeitslosigkeit erreicht", kommentierte Sozialminister Hundstorfer die aktuellen Arbeitslosenzahlen. Die Gewerkschaft forderte in Reaktion auf die Rekordarbeitslosenzahlen eine "gerechtere Verteilung" von Arbeit. Überstunden müssten für den Arbeitgeber teurer werden.