Erstellt am 22. September 2012, 17:12

Berlakovich fordert sorgsamen Umgang mit Lebensmitteln. Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich (V) hat sich für einen sorgsamen Umgang mit Lebensmitteln ausgesprochen.

"Die wenigsten Lebensmittel, die im Müll landen, gehören dorthin", betonte Berlakovich am heutigen Samstag in einer Aussendung. Im Durchschnitt werfe jeder Haushalt im Jahr Lebensmittel im Wert von 300 Euro weg, kritisierte der ÖVP-Politiker. Daher habe das Ministerium die Initiative "Lebensmittel sind kost-bar!" gestartet, die in enger Kooperation mit Unternehmen, Konsumenten, Gemeinden und sozialen Einrichtungen versuche, Lebensmittelabfälle zu verringern.

Berlakovich traf am heutigen Samstag in München mit seiner deutschen Amtskollegin Ilse Aigner zusammen. Die beiden Minister betonten, dass angesichts der hohen Nachfrage nach Lebensmitteln in Schwellenländern die Sicherung der Ernährungsvorsorge oberste Priorität in der EU-Agrarpolitik haben müsse. "Es gilt, nicht nur ausreichende und leistbare Lebensmittel für die EU-Bevölkerung sicher zu stellen, sondern auch eine ethische Verpflichtung zur Unterstützung der Ernährungssicherheit im globalen Kontext." Dafür seien auch Investitionen in landwirtschaftliche Forschung erforderlich, vor allem aber Verbesserungen bei der Verwaltung natürlicher Ressourcen. Schließlich würden in Österreich derzeit jährlich mindestens 96.000 Tonnen an verpackten und unverpackten Lebensmitteln im Restmüll landen.

Berlakovich war von Umweltverbänden für sein Festhalten am umstrittenen Biosprit E10 kritisiert worden. Erst diese Woche lenkte der ÖVP-Minister ein und setzte die Einführung der Benzinvariante, die zehn Prozent pflanzlich hergestellten Ethanols enthält, aus. Berlakovich sieht in E10 eine Klimaschutzmaßnahme, Kritiker sehen die Produktion von Biosprit ("Getreide im Tank") angesichts der Hungers in der Welt als unethisch an. Dem Minister wird zudem vorgeworfen, im Interesse des ÖVP-nahen Zuckerproduzenten Agrana zu agieren, der in Niederösterreich ein Bioethanol-Werk betreibt.