Erstellt am 21. Oktober 2010, 09:04

Bildhauer Karl Prantl. „MEISTER DER STEINE“ /  Ein bedeutender Vertreter der Gegenwartskunst verstarb 86-jährig. Prantl hinterlässt ein großes Werk.

„Er wollte 100 Jahre alt werden. Schon alleine wegen der vielen Steine, die er noch ausgewählt hatte.“ Karl Prantls Witwe Uta erzählte nach dem Ableben ihres Mannes von dessen ungebremster Energie: Nach einer schweren gesundheitlichen Krise im Vorjahr hatte sich der Bildhauer zuletzt erstaunlich fit gefühlt. Vergangenen Freitagmorgen brach Karl Prantl in seinem Hof in Pöttsching tot zusammen.

Die Reaktionen auf das plötzliche Ableben des international gefeierten Künstlers kamen von höchster Stelle. Politiker wie Bundeskanzler Werner Faymann wiesen auf Prantls Bedeutung in der Kunstgeschichte der Zweiten Republik hin.

Vor allem durch die Gründung des Bildhauersymposiums in St. Margarethen im Jahr 1959 setzte der Pöttschinger Akzente in der internationalen Szene. Dem Austausch mit Kollegen stand dabei stets auch eine politische Intention zur Seite: Als kritischer Geist bekämpfte Prantl von Anfang an den Eisernen Vorhang ebenso wie die Berliner Mauer.

In seiner Arbeit am Stein zeichnete sich Karl Prantl wiederum durch eine einzigartige Sanftheit aus, mit der er die meditative Kraft seiner Kunstwerke hervorkehrte. So werden sie der Nachwelt erhalten bleiben.