Erstellt am 12. September 2013, 16:06

Bischof Zsifkovics zu Zölibat-Diskussion bereit. Der Eisenstädter Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics hat sich am Donnerstag offen für eine Diskussion über den Zölibat gezeigt.

Der Zölibat sei selbstverständlich kein Dogma "und über Dinge, die kein Dogma sind, kann, ja soll man diskutieren", erklärte der Bischof in einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber Kathpress.

Losgetreten hatte die Debatte der designierte vatikanische Staatssekretär, Pietro Parolin Gleichzeitig, der in Sachen Zölibat Gesprächsbereitschaft bekundete. Zsifkovics warnte freilich davor, sich von einer Abschaffung die Lösung aller kirchlichen Probleme zu erhoffen.

Bischof betonte lange Tradition

Was den Zölibat zum Dauerthema mache, sei vor allem, dass manche Priester offensichtlich den Zölibat "gar nicht oder zumindest schlecht leben", so Zsifkovics. Damit würden sie sich in einer Diskrepanz zwischen dem hohem Anspruch ihres Weiheversprechens einerseits und ihrer gelebten Praxis andererseits befinden und sich dem Ruf der Heuchelei aussetzen.

Der Zölibat sei auch keine "verkrampfte Erfindung blutleerer Gestalten", sondern habe eine lange und bedeutende Tradition. Dieser Lebensform und der damit verbundenen Bündelung menschlicher Lebensenergie verdanke nicht zuletzt die europäische Kulturgeschichte ganz außerordentliche Leistungen. "Niemals war der Zölibat für jedermann geeignet beziehungsweise lebbar", fügte der Bischof hinzu.

Die weitere Rolle des Zölibats in der Kirche bedürfe daher auf Ebene der Weltkirche sicher "vertiefter und sehr schwieriger Überlegungen", stellte Zsifkovics fest. Jede Diskussion müsse im Dienst der Einheit der Weltkirche und mit Blick auf das Ganze geschehen. Geduld sei jedenfalls angesagt, meinte der Bischof.