Erstellt am 18. August 2014, 17:43

von APA Red

Bisheriger St.-Margarethen-Veranstalter vor Aus. Am Sonntag ist im Römersteinbruch St. Margarethen der letzte Vorhang für die heurige Opernproduktion "Aida" gefallen. Damit kommt auch für den bisherigen Veranstalter, die Opernfestspiele St. Margarethen GmbH & Co KG, das Aus.

 |  NOEN, Opernfestspiele Römersteinbruch St. Margarethen

Denn der Masseverwalter hat beim Insolvenzgericht den Antrag gestellt, die Schließung des Unternehmens zu genehmigen, teilte der Gläubigerschutzverband Creditreform mit.

Über das Unternehmen mit Sitz in Pitten war am 30. Juni ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet worden. Da es keinerlei Basis für eine Unternehmensfortführung nach Beendigung der diesjährigen Produktion gebe und auch keine Mittel für den Fortbetrieb vorhanden seien, war der Schließungsantrag einzubringen, um weitere Schäden für die Gläubiger zu vermeiden, wird der Antrag begründet.

Das Unternehmen soll sich mit der Schließung einverstanden erklärt haben, hieß es von Creditreform. Zwölf Dienstverhältnisse seien noch aufrecht. Konkursforderungen können bis 28. August gestellt werden. Die erste Tagsatzung ist im Landesgericht Wiener Neustadt für 11. September angesetzt.

Auslastung von 99 Prozent in vergangener Saison

Bilanz über die am Sonntag beendete Saison zogen am Montag die neuen Veranstalter: Rund 111.500 Besucher haben "Aida" in der Inszenierung von Robert Dornhelm vor der Naturkulisse des Steinbruchs erlebt. Das entspreche einer Auslastung von 99 Prozent.

Nach der kurzfristig notwendig gewordenen Rettung durch mehrere Partner sei die Festspielsaison "sehr erfolgreich" verlaufen und habe der Produktion einen Besucherzuwachs von über 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr beschert, hieß es in einer Aussendung. Mittels Sofortmaßnahmen habe man der Produktion über den vom Masseverwalter neu eingesetzten Veranstalter, die Arenaria GmbH, rund eine Million Euro frische Mittel zuführen können. Beteiligt an dem Hilfspaket hatten sich das Vertriebsunternehmen Ö-Ticket, der Grundeigentümer Esterhazy und Lieferanten, welche die "Aida"-Produktion retten wollten.

"Fast jeden Abend wurden Stehplätze geöffnet"

"24 Vorstellungen waren total ausverkauft, und es mussten fast jeden Abend zusätzliche Stehplätze geöffnet werden. Wir hätten noch ein bis zwei Vorstellungen zusätzlich ansetzen können, wenn die Auffang-Gruppe bei der Rettung der Produktion schon einen Monat früher eingegriffen hätte", so Karl Wessely, Sprecher des neuen Veranstalters. Dass sich der bereits gute Kartenvorverkauf nach der Premiere während der Produktion zu einem "exzellenten Verkaufserfolg" gesteigert habe, stimme sehr optimistisch für die "Tosca" 2015.

Die diesjährige Festspielsaison in St. Margarethen umfasste insgesamt 35 Spieltage. Im Juni war zunächst die Wiederaufnahme des Kindermusicals "Pippi Langstrumpf" auf dem Programm gestanden. Insgesamt 15.500 Kinder kamen mit ihren Familien zu den zehn Vorstellungen. Am 5. August folgte ein Konzert mit Konstantin Wecker und Angelika Kirchschlager.