Erstellt am 19. März 2012, 13:13

Broschüre und Schulungen "Sicherheit in öffentlichen Gebäuden". Mehrere Vorkommnisse - voran die blutige Geiselnahme in der Bezirkshauptmannschaft Wien-Umgebung in Klosterneuburg am 22. März 2011 - haben das Innenministerium veranlasst, die Broschüre "Sicherheit in öffentlichen Gebäuden" zu erstellen.

Die zwei Ratgeber richten sich mit Information, Tipps und Handlungsanleitungen im Krisenfall an Führungskräfte und Mitarbeiter, sagte Innenministerium Johanna Mikl-Leitner (V) am Montag bei der Präsentation im Landesklinikum Melk.

Das Geschehen vor einem Jahr (ein Beamter wurde erschossen und eine Mitarbeiterin als Geisel genommen) habe gezeigt, wie schmal der Grat sei, in öffentlichen Einrichtungen einerseits nah beim Bürger und andererseits lebensgefährlichen Situationen ausgesetzt zu sein. Negativszenarien seien analysiert worden, um konkrete Maßnahmen abzuleiten, unterstrich Mikl-Leitner die Notwendigkeit, auf den "worst case" vorbereitet zu sein. Dazu gehören u.a. die Bildung eines Krisenstabs, die Zusammenarbeit der Organisationen und auch die Nachbetreuung von Opfern.

"Wissen schützt", betonte auch Generalmajor Gerhard Lang vom Bundeskriminalamt die Bedeutung der Kriminalprävention. Das Krankenhaus war Standort des Pilotprojekts, das nun von 800 kriminalpolizeilichen Experten mit Schulungen in ganz Österreich ausgerollt werden soll - von Kindergärten über Finanzämter und Bezirkshauptmannschaften bis zu Krankenhäusern.

LHStv. Wolfgang Sobotka (V) meinte unter Hinweis auf den heutigen Amoklauf vor einer französischen Schule, dass Gewalt in öffentlichen Einrichtungen mehr und mehr zur Realität geworden sei. Das beginne bei forsch auftretenden Besuchern, viele kleine Vorkommnisse würden ein Unsicherheitsgefühl vermitteln. Mit dem Handbuch würden Führungskräfte und Mitarbeiter - allein in Niederösterreichs Spitälern 20.000 - gerüstet, Vorkehrungen für Notsituationen zu treffen.