Erstellt am 22. Mai 2015, 10:49

Song Contest: 12 Punkte für das Burgenland. Von der Sicherheit bis hin über die Technik, Fahrräder und Leckerem aus dem Burgenland – die Burgenländer machen den ESC.

Formatfüllend. Gerhard Klanacsky liefert die Videowände für den Song Contest in Wien.  |  NOEN, BVZ
Nova Rock, Donauinselfest, Skiweltcup – es gibt kaum eine Großveranstaltung, um deren Sicherheit sich nicht der Eisenstädter Unternehmer Herbert „Henk“ Wagner kümmert. Doch nun kommt ein Event dazu, den er wahrscheinlich nur einmal in seinem Leben „bewachen“ wird, den Eurovision Song Contest.

x  |  NOEN, Foto: Müllner
„Ich bin angerufen worden, ob ich daran Interesse hätte ein Sicherheitskonzept für die Veranstaltung zu erarbeiten. Na klar wollte ich“, erklärt Herbert Wagner. „Dann gab es ein Gespräch mit Song Contest Manager, dem Burgenländer Pius Strobl, zwei Tage später kam der Anruf und ich hatte den Auftrag“, freut sich Wagner.

Wagner geht ins Detail: „Es gibt nicht nur das große Finale, es gibt neun öffentliche Events, 1.300 Delegierte vor Ort, es nehmen 40 Staaten teil und obendrein sind 1.700 Journalisten vor Ort.“ Bei all den Dingen ist Herbert Wagner Einsatzleiter. „Der Eurovision Song Contest ist die weltweit größte im Fernsehen übertragene Veranstaltung, die Geschichte ist weit größer als das Champions League-Finale“, so Wagner.

Und Teile dieses Sicherheitskonzeptes wiederum werden von der Eisenstädterin Barbara Alfon, Managerin bei der Securitas Sicherheitsdienstleistungen GmbH, umgesetzt: „Unsere Aufgabe ist einerseits die Bewachung der Stadthalle – auch schon während der Aufbauarbeiten — und des Rathausplatzes, seit Kurzem auch die Besetzung der Besuchereinlässe während der Event-Woche. Ich persönlich kümmere mich in diesem Zusammenhang vorwiegend um die Mitarbeiter-Rekrutierung.“

Stadthalle fest in Hand eines Burgenländers

Doch auch die Stadthalle selbst ist fest in Hand eines Burgenländers – der Frauenkirchener Kurt Gollowitzer ist Geschäftsführer in der Wr. Stadthalle: „Als kaufmännischer Geschäftsführer der Wiener Stadthalle verantworte ich die Bereiche Personal, Rechnungswesen, Controlling, Recht, Beschaffung und den EDV/IT Bereich. Im Rahmen des ESC bin ich hauptverantwortlich für die Budgetierung und darüber hinaus für die Einhaltung des Song-Contest Budgets sowie für sämtliche Vertragsgestaltungen mit dem ORF. Für mich persönlich war das abgelaufene Jahr eines der anstrengendsten, aber auch gleichzeitig eines der lehrreichsten Jahre in meinem Leben. Man hat, so denke ich, nicht oft im Leben die Chance, bei so einem Riesenevent mit zu wirken.“



Damit die Mitarbeiter auch ordentlich kommunizieren können, dafür sorgt eine Firma aus Günseck. Zu sehen wird davon freilich kaum etwas sein, handelt es sich doch um „einige Kilometer Kabel, die wir verlegen werden“, erzählt „Funktechnik“-Chef Siegfried Klein. „Ohne unsere Installation würde in so einem großen Gebäude wie der Stadthalle nämlich kein Funk möglich sein.“

Bisher gab es keine Veranstaltung in der Stadthalle, wo das nötig gewesen wäre. Die eigens für den Song Contest installierte Anlage bleibt aber als Investition in die Zukunft bestehen. Rund 100.000 Euro kostet das Projekt. Damit wird sichergestellt, dass während des Song Contests die Einsatzkräfte wie Polizei, Rettung oder Feuerwehr miteinander kommunizieren können. Ohne den Objektfunk wäre das nämlich nicht möglich. „Wegen des Stahlbetons wäre nach circa 15 Meter Abstand Schluss mit Funk“, sagt Klein.

Nach der Fertigstellung können sich die Einsatzkräfte quasi wie im Freien mit ihren Funkgeräten unterhalten. „Die kreuz und quer in der Stadthalle verlegten Kabel fungieren quasi als Antenne und verstärken die Signale“, erklärt Klein die Technik.

Videowände für den Song Contest

Und auch dafür, dass man außerhalb der Stadthalle bei dem Event zusehen kann, sorgen Burgenländer. firstSpot aus Güssing liefert die sieben LED-Videowände. Geschäftsführer Gerhard Klanacsky: „Für uns als firstSpot ist es zwar bei Weitem nicht das größte Projekt – wir beliefern den Life Ball seit 2008, die Staatsoper seit 2010 und haben neben dem Formel 1 GP von Österreich, Nova Rock und Frequency auch Projekte wie „20 Jahre Mauerfall“ in Berlin mit rund 150 Millionen TV-Zusehern umgesetzt – aber es ist natürlich eine Ehre, als österreichisches Unternehmen bei einer internationalen Ausschreibung ausgewählt zu werden.“

Bunte Burgenland Bikes, frisches Obst und Gemüse aus heimischem Anbau sowie Spitzenweine – so präsentiert sich auch das „offizielle“ Burgenland vor Europa. Kürzlich überreichte Landeshauptmann Hans Niessl dem Generaldirektor des ORF, Alexander Wrabetz, nicht nur Schmankerl aus dem Land, sondern auch Fahrräder im Burgenland-Design – damit beim 60. Eurovision Song Contest alles rund läuft!

x  |  NOEN, Koeune
Das Burgenland stattet das VIP-Areal mit Vitaminbomben aus: Paradeiser aus dem Seewinkel, Äpfel aus dem mittleren Burgenland und Wiesener Erdbeeren liefern den diesjährigen Kandidaten die nötige Energie. Zum Feiern stehen burgenländische Spitzenweine bereit.