Erstellt am 20. August 2011, 11:56

Busek: Länder und Gemeinden aus Medizin-Unis raus. Der Vorsitzende des Universitätsrats der Medizinischen Universität Wien, Erhard Busek, hat sich in der Debatte um Ärzte-Einsparungen am Wiener AKH für eine radikale Reform ausgesprochen. Die Medizin-Unis und die dazugehörigen Spitäler "gehören in eine Hand", sagte Busek.

Die Teilung der Verantwortung zwischen Bund, Universitäten und Ländern sei "problematisch, weil man sich gegenseitig die Kosten rüberschiebt". Länder und Gemeinden sollen daher aus den Medizinunis und den dazugehörigen Spitälern raus.

Derzeit würden die Länder Kosten auf den Bund abwälzen. Busek nennt ein Beispiel: Man könne momentan eine Reihe von Posten nicht besetzen. Konkret fehlen Techniker für Herztransplantationen. Es gebe eine Liste von benötigten Herztransplantationen, "die wir nicht machen können". Grund für den Technikermangel sei die Debattenfrage, wer diese zahlen solle. An sich seien es keine Akademikerposten und diese zahle die Gemeinde, während die Akademiker, also die Ärzte, vom Bund über das Unibudget bezahlt werden.

Diese Einteilung stamme aus "Urzeiten" und sei heutzutage nicht mehr sinnvoll, so Busek. Daher müsse man das künftig "sauber trennen" und die Medizin-Unis und die dazugehörigen Spitäler in eine Hand geben. Die Politik und die betroffenen Institutionen haben hier Handlungsbedarf, sagte Busek, der als ehemaliger Wissenschaftsminister und Kommunalpolitiker in Wien die Materie gut zu kennen meint. Es gehöre ein Plan entwickelt und zwar "von Experten", denn er "halte die politische Seite für nicht sehr talentiert dafür", so Busek.

Am Dienstag hatte der Rektor der MedUni Wien, Wolfgang Schütz, vor Ärzte-Einsparungen am AKH gewarnt, sollte sich die aktuelle Budgetsituation an den Universitäten nicht verbessern. Er kündigte an, von den derzeit 3.000 Posten 150 bis 180 kürzen zu müssen, sollte es zu einem auch nur eingefrorenen Budget für die Unis kommen.