Erstellt am 17. Dezember 2014, 04:00

Willi Resetarits: „Gute Lieder sind gesund“. Der gebürtige Stinatzer Willi Resetarits genießt als „ehemaliger“ Ostbahn-Kurti Kultstatus, macht unermüdlich Musik und setzt sich für Menschenrechte ein.

Ein Mann mit vielen Gesichtern. Eines ist BVZ-Martini-Preisträger Willi Resetarits dabei immer - authentisch.  |  NOEN, Foto: Lukas Beck
So einfach ist das: „Ein gutes Lied ist ein gutes Lied. Gute Lieder sind gesund und geben Kraft.“ Willi Resetarits hat nicht nur die Gabe, es so zu sagen, wie es ist – er nennt die Dinge auch beim Namen. Er tut es als vielschichtiger Künstler und als unermüdlicher Kämpfer gegen Ungerechtigkeit.

Viele gute Gründe gab es also für die prominente Fachjury, Willi Resetarits den BVZ-Martini 2014 in der Kategorie Kultur zuzuerkennen – und darüber freut sich der umtriebige Musiker besonders, ist es doch eine Würdigung aus der Heimat.

Am 21. Dezember ist es 66 Jahre her, dass Resetarits im südburgenländischen Stinatz geboren wurde. Nur drei Jahre später wurden er und seine Brüder Lukas und Peter – die als Kabarettist und Journalist später ebenfalls berühmt werden sollten – zwar zu Wienern, vergaßen aber nie auf ihre Wurzeln im Burgenlandkroatischen.

„Bravourös“: Vorletzter beim Song-Contest

Mit Willi Resetarits wird ein Mann geehrt, der seit mehr als 40 Jahren für die Bühne lebt. Dabei zog es ihn zunächst an die Uni, um Anglistik und Sport zu studieren und eventuell Lehrer zu werden: „Ich hab‘ mich einfach nicht getraut, von Anfang an nur auf die Musik zu setzen, ich hab‘ ein Sicherheitsnetz einziehen wollen.“

Die Musik aber setzte sich durch. Im Jahr 1977 trat Willi Resetarits mit den Schmetterlingen in London beim Song-Contest an. Mit der Schnulze „Boom Boom Boomerang“(aus der Feder von Bruder Lukas) belegte die Politrock-Gruppe den vorletzten Platz: „Bravourös“, wohlgemerkt.

Nach zwei Jahrzehnten mit den Schmetterlingen folgten ebenso viele als Kultfigur Ostbahn-Kurti. Und wie seine burgenländischen Wurzeln hat Resetarits auch den Kurti nicht vergessen, jene Figur, die ihm in den Achtziger-Jahren den endgültigen Durchbruch brachte. Das vom verstorbenen Mastermind Günter Brödl ersonnene Alter-Ego genießt offiziell zwar längst die Pension, kehrte im August aber ein letztes Mal für zwei umjubelte Abschiedskonzerte im Wiener Prater auf die Bühne zurück.

Abschied vom Kurti … und 20 weitere Jahre

Vor einigen Jahren widmete sich Resetarits hochmotiviert neuen Projekten: „I ziag jetzt no an Zwanzigjahres-Ziegel durch, mit einer Musik, die ich noch gar nicht weiß, aber die wird wunderschön“, verkündete er. Und sollte damit wieder Recht behalten, wie die Kollaborationen im Auftrag des (neuen) Wienerliedes oder das Kollektiv Stubnblues beweisen.

Seine Vielseitigkeit stellte Resetarits auch mit Film-Auftritten, der legendären Radioshow „Trost und Rat“ oder immer wiederkehrenden literarischen Ausflügen unter Beweis.
Authentisch ist der Künstler aber vor allem auch in einer ganz anderen Rolle: dem unermüdlichen Einsatz für sozial Schwache. Als Mitbegründer von „Asyl in Not“ und „SOS Mitmensch“ oder als Obmann des Vereins „Projekt Integrationshaus“ setzt er sich seit jeher für sozial Schwache ein und scheut auch nicht vor politischen Auseinandersetzungen zurück.

Willi Resetarits

  • Nach Erfolgen mit der Politrock-Gruppe Schmetterlinge gelang Resetarits in den Achtziger-Jahren schließlich der Durchbruch als Ostbahn-Kurti. Mit den Bands „Die Chefpartie“ und „Die Kombo“ sorgte die von Günter Brödl geschaffene Kultfigur zwei Jahrzehnte lang für Furore.

  • Neben den umjubelten „Kurti- Abschiedskonzerten“ feiert Willi Resetarits mit einer Vielzahl musikalischer Projekte und Kollaborationen weiterhin große Erfolge. Zum Stubnblues oder der Zusammenarbeit mit Ernst Molden gesellen sich immer wieder literarische Ausflüge – etwa mit den Texten H.C. Artmanns. Kultstatus erlangte auch „Trost und Rat“ auf Radio Wien.

  • Zudem setzt sich Willi Resetarits seit vielen Jahren mit Nachdruck für Menschenrechte ein.

  • Alle Infos und News im Internet auf www.williresetarits.at