Erstellt am 05. November 2013, 13:22

Caritas und Co. fordern sichere Pflegefinanzierung. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrt - ein Zusammenschluss von Caritas, Diakonie, Rotes Kreuz, Volkshilfe und Hilfswerk - fordert von der künftigen Regierung Weichenstellungen für die künftigen Herausforderungen im Pflegebereich.

 Insgesamt werden laut den Hilfsorganisationen von 2014 bis 2020 zusätzliche Mittel in der Höhe von 4,2 Milliarden Euro nötig sein. Eine "längst fällige" Valorisierung des Pflegegelds sei dabei noch nicht eingerechnet. "Eine der vordringlichsten Aufgaben der neuen Bundesregierung wird die Sicherstellung der mittelfristigen Finanzierung der Pflege sein", betonte Walter Marschitz, Geschäftsführer des Hilfswerks. Im Rahmen einer Pflegekonferenz mit "allen Akteuren und Stakeholdern" solle die Basis gelegt werden, um den 2016 auslaufenden Pflegefonds zu verlängern.

Transparente Regelungen für die Betroffenen

Neben der Sicherstellung der Finanzierung sei die Regierung auch gefordert, österreichweit vergleichbare und transparente Regelungen für die Betroffenen herzustellen. "Österreich hat einen Pflege-Fleckerlteppich", kritisierte Volkshilfe-Geschäftsführer Erich Fenninger. Außerdem brauche es Instrumente, mit denen die Pflegeintensität besser eingeschätzt werden könne, damit es "zu weniger Fehl- und Unterversorgung" komme, meinte Fenninger.

"Der größte Pflegedienst in Österreich ist die Familie", sagte Michael Opriesnig vom Österreichischen Roten Kreuz. Mehr als die Hälfte der Pflegegeldbezieher werden von den Angehörigen gepflegt. Um diese zu entlasten, müssten leistbare mehrstündige Angebote in der Alltagsbetreuung eingeführt und Beratungsleistungen für pflegende Angehörige ausgebaut werden. Zudem plädierte er für einen Rechtsanspruch auf die mit 1. Jänner 2014 eingeführte Pflegekarenz und -teilzeit.

Auch Michaela Chalupka, Direktor der Diakonie, betonte, dass es mehr "bedürfnisgerechte Angebote" brauche. Die mobile Betreuung sei sehr eingeschränkt. "Im Grunde hat man derzeit die Wahl zwischen einem Pflegeheim und der Pflege zuhause", so Chalupka. Das Angebot "dazwischen", also Tageszentren, die stundenweise Betreuung und Notpflegedienste, müsse ausgebaut werden.