Erstellt am 29. November 2012, 08:59

Chippflicht für Hunde: Weniger ausgesetzte Vierbeiner. Seit 1. Jänner 2010 ist in Österreich jeder Hundebesitzer dazu verpflichtet, seinen Vierbeiner mittels Chip kennzeichnen und registrieren zu lassen. Nach fast drei Jahren zogen burgenländische Experten nun Bilanz.

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Obwohl die Chippflicht und deren Auswirkungen im Allgemeinen äußerst positiv bewertet wird, fällt diese jedoch durchwachsen aus. "Die Zahl der ausgesetzten Hunde ist spürbar zurückgegangen, aber es gibt immer noch viele Missverständnisse", sagte Tierschutzombudsfrau Gabriele Velich.

Vor zehn Tagen ist das neue Tierschutzhaus Sonnenhof am Stadtrand von Eisenstadt eröffnet worden. Werden Hunde ausgesetzt oder sind entlaufen, werden sie oft in Einrichtungen wie diese gebracht. Durch den Chip und vor allem die dazugehörige Registrierung sollen solche Tiere wieder schnell ihrem Besitzer zurückgegeben werden können. "Meistens sind die Hunde, die zu uns gebracht werden, zwar gechipt, aber nicht registriert", erklärte Sonnenhof-Leiter Wolfgang Böck.

Laut den beiden Tierexperten liegt genau hier das Problem: "Die Besitzer wissen nicht, dass es mit dem Chip alleine nicht getan ist. Es muss extra eine Registrierung stattfinden, um das Tier dem Herrchen auch zuordnen zu können. Meistens wird beim Chipen aber einfach darauf vergessen. Außerdem verwechseln viele die Registrierung mit dem Melden bei der Gemeinde und dem dortigen Registrieren", klärte Velich auf.

Generell ist ein Hundebesitzer seit 2010 dazu verpflichtet, seinen Vierbeiner spätestens im Alter von drei Monaten (Züchter jedenfalls vor der ersten Weitergabe, Anm.) kennzeichnen zu lassen. Auch ein Hund, der aus dem Ausland geholt wird, muss einen Chip bekommen, hieß es dazu aus dem Referat für Veterinärwesen. Nachdem der Chip vom Tierarzt eingepflanzt wurde, muss spätestens einen Monat danach die Registrierung erfolgen. Wer dies nicht tut, muss mit Geldstrafen von bis zu 3.750 Euro rechnen. Im Wiederholungsfall kostet es das Doppelte.

Um auf Nummer sicher zu gehen, empfiehlt die Tierschutzombudsfrau folgende Vorgehensweise: "Wenn man sich einen Hund, egal wie alt er ist, anschafft, dann sollte man zu allererst zum Tierarzt gehen, um das Tier dort generell untersuchen zu lassen. Im Zuge dessen sollte man am besten kontrollieren lassen, ob das Tier bereits gekennzeichnet, also gechipt ist. Ist das der Fall, sollte man die Registrierung aktualisieren lassen." Schließlich gehe es darum, den Hund wiederzufinden, wenn er entlaufen ist oder gestohlen wurde, sagte Velich.

Insgesamt überwiege beim Thema Chippflicht für Hunde allerdings das Positive, so Velich und Böck. Konkret wurden im Burgenland laut Statistik 2009 (damals galt eine Übergangsregelung, Anm.) 170 aufgefundene und abgenommene Hunde von einem Amtstierarzt zur Verwahrung an Tierheime überwiesen. 2010 waren es 86, 2011 112 Vierbeiner und im heurigen Jahr zunächst 78.

Wer gerade jetzt vor Weihnachten mit dem Gedanken spiele, sich einen Hund zuzulegen, solle sich diese Anschaffung nicht nur aufgrund der gesetzlichen Pflichten gut überlegen, erklärten die beiden. Zu allererst sollte darüber nachgedacht werden, ob man genügend Zeit und Platz für das Tier habe und ob man es sich auch leisten könne, so Velich. Familien mit kleinen Kindern rät Böck außerdem: "Ein Tier ist - egal ob Hund, Katze oder Hamster - kein Spielzeug. Das sollte man immer bedenken", sagte der Sonnenhof-Leiter.