Erstellt am 29. Juli 2015, 04:06

von Wolfgang Millendorfer

Christine Grafl: "Ich brauche die Vielfalt". Die Wulkaprodersdorfer Künstlerin Christine Grafl begegnet der Welt in verschiedenen Stilen. Neben neuen Bildern entsteht derzeit ein zweisprachiger Lyrikband.

Von Kunst umgeben. Christine Grafl im Atelier in Wulkaprodersdorf. Im Garten »wachsen« Gedichte auf einem Baum.  |  NOEN, Millendorfer
Wie die verschiedensten Daseins- und Bewusstseinsebenen in Christine Grafls Werk Platz finden, so vielschichtig ist ihre Arbeit. Die Künstlerin aus Wulkaprodersdorf absolvierte eine Stoffdesign-Ausbildung und ein Studium bei Emy Hudecek, hat in sämtlichen Stilen ihre spezielle Form des Ausdrucks geschaffen und zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland bestritten.

Grafls bildnerische Arbeit umfasst Ölbilder, Aquarelle, Grafik, Mischtechnik sowie Buch-Illus-trationen und Kinderbücher. Von abstrakten Themen, die von einer konkreten Figur ausgehen, hin zu gegenständlicher

Malerei und Grafiken, sucht die Künstlerin im Burgenland nach Themen und Motiven. Besonders die pannonische Landschaft und heimische Baukultur finden immer wieder Niederschlag in ihren Bildern.
„Oft heißt es, man sollte sich auf einen Stil festlegen“, meint Grafl im Gespräch mit der BVZ, „aber Erich Stanschitz hat einmal einen sehr klugen Satz zu mir gesagt: Man soll alles machen, was aus einem raus will. Ich brauche die Vielfalt.“

Lyrik trifft auf Malerei

Und so verwundert es nicht, dass sich  Grafls Kunst nicht nur auf die Malerei beschränkt. Sie verfasst auch Lyrik in deutscher und kroatischer Sprache, Kurzprosa, Märchen und Haiku, was sich bis heute in zahlreichen Publikationen zeigt.          

Die Texte verschiedener Autoren „wachsen“ in Grafls Garten sogar auf einem Baum. Das Haus in Wulkaprodersdorf ist eben ein Ort der Kreativität.

Erlebte Kunst und „neue Aufbrüche“

Ein neues Buch mit zweisprachiger Lyrik ist derzeit in Arbeit und soll diesen Herbst erscheinen. Bei Lesungen – wie zuletzt etwa im Literaturhaus Mattersburg – finden die Gedichte immer auch vor Publikum großen Anklang. Wenn es heißt, Christine Grafl verbindet das malerische Element mit dem lyrischen zu einer Einheit, zeigt sich das besonders in diesen Momenten; wenn sie mit ihren Wörtern Geschichten weitergibt.

„Unbewusst fließt vieles, das man erlebt, in die Kunst ein“, beschreibt es Christine Grafl. Und wenn es auch dem Betrachter oder dem Leser ähnlich ergeht, „dann ist ein Teil meiner Arbeit schon getan“.
Licht und Schatten spielen in den Arbeiten eine große Rolle: „So, wie es auch im Leben ist. Ebenso dazu gehören die Vergänglichkeit und das Leid – aber nie ohne Hoffnung und die Chance zu neuen Aufbrüchen.“