Erstellt am 26. März 2012, 12:54

Diakonie fordert bessere Reform des Pflegesystems. Anlässlich des Europäischen Jahres des "Aktiven Alterns" fordert die Diakonie Österreich Verbesserungen bei der Reform des Pflegesystems.

Direktor Michael Chalupka sehe "erhebliche Probleme bei den Reformbestrebungen der Politik", der Prozess sei "intransparent" und werde "ohne Nachdruck betrieben". Das Pflegesystem müsse "für alle zugänglich und leistbar" sein, sagte Chalupka.

Im Zuge des Sparpakets habe die Regierung die finanziellen Mittel für den Pflegefonds bis 2016 verlängert. "Das ist einerseits gut, aber andererseits erspart sich die Politik damit notwendige Reformen", so der Direktor des Sozialverbands der evangelischen Kirchen. "Die derzeitigen Strukturen werden einzementiert." Die Diakonie fordert, dass die Rahmenbedingungen des Pflegesystems verbessert werden, also Finanzierungsströme und Angebote vereinheitlicht werden. "Das Pflegesystem muss leichter durchschaubar werden", forderte Chalupka. Eine Umschichtung der Mittel sei wesentlich, zusätzliche Mittel könnten aus zweckgewidmeten vermögensbezogenen Steuern kommen, um den Pflegefonds zu finanzieren, schlug Chalupka vor.

Außerdem müsse es einen "Lückenschluss" geben: Pflegebedürftige Menschen sollten nicht nur zwischen stationärer Betreuung und einer Betreuung durch die Angehörigen zu Hause wählen können, sondern auch andere Angebote wie Tageszentren, betreutes Wohnen oder mobile Dienste nützen können. "Diese Angebote gibt es in Österreich derzeit nur an bestimmten Punkten und dort, wo es sie gibt, sind sie oft nicht leistbar", so Chalupka. Ein Beispiel für so einen Lückenschluss nannte Daniela Palk, Leiterin des Kompetenzmanagement Altenhilfe im Diakoniewerk Gallneukirchen, die von einer Demenz-Servicestelle in Wels in Oberösterreich berichtete, die ein niederschwelliges Beratungsangebot für Demenzerkrankte und deren Angehörige anbiete.