Erstellt am 20. November 2012, 13:20

Diakonie warnt vor "Armutsfallen" für Kinder. Die Diakonie Österreich warnt in ihrer Adventskampagne vor "Armutsfallen" für Kinder. Die Zahlen im jüngst vorgestellten Sozialbericht seien "alarmierend", sagte Direktor Michael Chalupka am Dienstag.

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Er forderte erneut die rasche und zügige Umsetzung eines bundesweiten Jugendhilfegesetzes, dessen Leistungen zudem bis zum 21. Lebensjahr gelten sollen. 30.000 Kinder und Jugendliche in Österreich seien auf die Unterstützung der Jugendwohlfahrt angewiesen. Mehr als 8.000 Jugendliche von 18 bis 24 Jahren hätten keinen Schulabschluss oder Ausbildung, so die Diakonie. "Die Zahlen sind alarmierend und die Entwicklungen sind alarmierend", bezog sich Chalupka auch auf die Ergebnisse des Sozialberichts, der am Montag veröffentlicht worden war.

Wie Kinder und Jugendliche effektiv gefördert werden können, demonstrieren für Chalupka zwei Pilotprojekte mit Unterstützung der Diakonie: "STEEP" ist ein Angebot an Mütter in extremer Armut, welches die Beziehung zum eigenen Kind stärken soll. Die berufsbildende, inklusive "FIT-Schule" beschäftigt sich mit Jugendlichen, die aus verschiedenen Gründen aus dem regulären System gefallen sind.

Die im Sozialbericht zu Tage geförderten Daten haben am Dienstag auch zu einer breiten Front an Forderungen für mehr vermögensbezogene Steuern geführt. Caritas-Präsident Franz Küberl tritt für einen "gerechten Beitrag aus den Vermögenszuwächsen zur Finanzierung gesamtgesellschaftlicher Aufgaben" ein. Dies müsse einhergehen mit einer Entlastung des Faktors Arbeit. "Es muss mehr Netto vom Brutto übrig bleiben."

Eine steuerliche Umverteilung des Reichtums durch progressive Erbschafts- und Vermögenssteuern mit einem Freibetrag von 500.000 Euro fordert die kapitalismuskritische Plattform Attac. Außerdem sollten Kapitaleinkommen unter die Einkommenssteuer fallen und progressiv besteuert werden.

Um den Wohlfahrtsstaat nachhaltig zu finanzieren, hält auch Finanzstaatssekretär Schieder eine stärker Besteuerung von Vermögen für nötig. Konkret erneuerte er die SPÖ-Forderung zur Einführung einer Vermögenssteuer für Vermögen ab einer Million Euro. Einen gesetzlichen Mindestlohn, eine Besteuerung hoher Vermögen und eine Grundsicherung, von der die Menschen auch in Würde leben können, verlangt der Grüne Sozialsprecher Öllinger.