Erstellt am 05. März 2013, 14:27

"Die Dame vom Maxim"- Pariser Flair bei den Schlossspielen Kobersdorf. Szenen und Verwicklungen aus dem Pariser (Nacht)leben erwarten Theaterfans diesen Sommer in Kobersdorf

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Die Schlossspiele setzen nach 2007 erneut auf Komödiantisches aus der Feder von Georges Feydeau und bringen dessen Stück "Die Dame vom Maxim" in der ersten Kobersdorf-Inszenierung von Patrick Guinand auf die Bühne. In Hauptrollen schlüpfen Julia Cencig als Tänzerin Crevette sowie Bernd Jeschek als Petypon und Gertrud Roll als dessen Frau. Petypons Onkel, den General Petypon du Grele, verkörpert Wolfgang Böck, der mit seiner zehnten Produktion sein Jubiläum als Intendant feiert.

"Es ist ein sehr großes Stück", das normalerweise 28 Darsteller verlange und das man normalerweise so nicht in Kobersdorf spielen könnte, so Böck bei der Präsentation am Dienstag in Eisenstadt: "Es sprengt ein bisschen den Rahmen." Basierend auf der Übersetzung von Hans Weigel habe man aber eine Fassung erstellt, in der man mit 16 Darstellern für 17 Rollen auskomme.

"Die Dame vom Maxim" handelt von den Freunden Petypon und Mongicourt, die eine Nacht im berüchtigten Maxim verbringen. Am nächsten Tag findet sich die Nachtklubtänzerin Crevette in Petypons Bett und wird vom dessen Onkel, einem General, auch noch für Petypons Frau gehalten. Rasch nehmen die Missverständnisse ihren Lauf und setzten sich im Schloss des Generals fort, bis dieser schließlich, nachdem sich alles aufgeklärt hat, mit Crevette abreist.

Für Böck ist das Stück "ein klassischer Feydeau": Einmal den Pfad der Wahrheit verlassen und aus einer Notlüge heraus gehandelt zu haben, bedinge bei dem französischen Autor eine gnadenlose Konsequenz, über die sich die Zuseher amüsieren können.

Patrick Guinand, der bereits vielfach Feydeau inszeniert hat, kam 2007 erstmals nach Kobersdorf, um sich dort den "Floh im Ohr" anzuschauen und lernte dabei Böck kennen. "Seit Jahren wollte ich dieses Stück inszenieren", es stelle eine große Herausforderung dar, meinte der Regisseur. "Die Dame vom Maxim" sei das erfolgreichste Stück von Feydeau, das nach der Uraufführung 1899 in Paris drei Jahre nahezu pausenlos gelaufen sei.

Die Verantwortung für das Bühnenbild liegt wieder bei Erich Uiberlacker, dem sich zwei Hauptaufgaben stellten: Die Darstellung zweier Innenräume auf einer offenen Bühne und das Bestreben, das notwendige Pariser Flair auf eben diese Bühne zu bringen. Inspirieren ließ man sich dazu etwa bei Rocksäumen nach Motiven von Toulouse-Loutrec, erzählte Uiberlacker. Im Zentrum der Bühne steht ein Bett, das sich im zweiten Akt in eine Theaterbühne verwandelt. Dabei werden auch die Bühnenwände weggeklappt und die Schlossfassade wird in die Kulisse einbezogen.

Als Sponsoren für die diesjährige Produktion konnten die Energie Burgenland, die das Engagament aus BEWAG-Zeiten fortsetzt und Waldquelle gewonnen werden.