Erstellt am 30. Mai 2014, 11:55

von Vanessa Bruckner

„Die Mischung macht’s“. Er wollte ein Festival machen. Ein rockiges, ein gutes. Aber zur Oberliga wollte er damit nicht zwingend gehören. Heute, zehn Jahre später, ist das Nova Rock allerdings genau dort angekommen. Ganz oben. Gründer und Veranstalter Ewald Tatar sprach mit der BVZ über „Aha-Effekte“, Gänsehaut, Erfolg und David Hasselhoff.

 |  NOEN, Alexander "Lexi" Horvath

BVZ: Was war das Verrückteste, das du in den vergangenen zehn Jahren am Nova Rock erlebt hast?
Ewald Tatar: Pfuh (lacht und überlegt). Doch, ich hab etwas, wobei es mehr in die Sparte „kitschig-verrückt“ fällt. Beim ersten Nova Rock hat es 48 Stunden lang durchgeregnet und das Festival ist ganz knapp vor dem Abbruch gestanden. Als dann die Band Weezer auf die Bühne kam und den Song „Island in the Sun“ zu spielen begann, ist zum ersten Mal die Sonne rausgekommen. Die Menge hat gejubelt, das war schon sehr emotional und glich einer Szene aus einem Drehbuch.
 
Wie stellt man Jahr für Jahr ein Line-Up auf die Beine, das immer noch ein Tüpfelchen draufsetzt?
Mein persönlicher Geschmack wird von vorneherein gleich einmal ausgegrenzt, das ist sehr wichtig. Man muss sich nicht jedes Jahr selbst übertreffen, aber immer die perfekte Mischung aus neuen Acts und bekannten Bands finden. Die Mischung macht’s. Es müssen stets Gruppen dabei sein, die diesen „Aha-Effekt“ mit sich bringen. Bands, die man am Nova Rock zum ersten Mal gehört hat und die es dann, später, in die Charts schaffen. Wo man sagen kann „Die hab ich schon gesehen, als sie noch keiner kannte!“ Musiktechnisch musst du immer am Ball bleiben, was, zugegeben, von Jahr zu Jahr schwieriger wird.

"Es müssen stets Gruppen dabei sein, die diesen „Aha-Effekt“ mit sich bringen"

 Gibt es rückblickend etwas, dass du heute anders machen würdest?
 Eigentlich nicht. Natürlich gibt es Dinge, die man im Nachhinein gerne besser gemacht hätte – aber anders? Nein. Das Nova Rock hat sich binnen kürzester Zeit unter den Top-Ten unter den europäischen Festivals positioniert und das war durchaus nicht mein Ziel von Beginn weg. Ich wollte ein Festival machen, aber nicht zwanghaft zur Oberliga gehören. Aber genau das habe ich erreicht. Also nein: Anders würde ich rückblickend nichts machen.
 
Welche Band war bis dato dein persönliches Highlight auf dem Festival?
Wo mir noch immer die Gänsehaut drüberrennt, wenn ich daran denke, ist das Konzert von Metallica im Jahr 2006. Das war die beste Show von ihnen, die ich bis dato gesehen habe – und ich habe einige gesehen. Da hat alles gepasst und von den 50.000 Leuten, die damals am Festival waren, standen 49.000 vor der Bühne. Die Band lieferte Musik, die von der ersten bis zur letzten Reihe alle begeisterte. Ein unbeschreibliches Gefühl.
 
Wo positionierst du das Nova Rock beziehungsweise österreichische Festivals weltweit?
Die Mutter aller Festivals fand zwar in Woodstock, also in Amerika statt, aber grundsätzlich gibt es in Europa die meisten Festivals auf der Welt. Das Nova Rock kann man aber auf jeden Fall unter die Top-30-Festivals der Welt positionieren.

"Es war am Ende allerdings auch ein Glück, David Hasselhoff engagieren zu können" 

Und die wichtigste Frage von allen zum Schluss: Wie kam’s, dass David Hasselhoff heuer beim Nova Rock auftritt?
Der Wunsch besteht beim harten Kern des Nova-Rock-Forums seit vielen Jahren. Ich treffe mich ja jedes Jahr mit den maßgeblichen Leuten vom Forum, das sind so um die 50 Personen. David Hasselhoff kam dabei immer wieder zur Sprache und ich hab schon vor Jahren versprochen, beim zehnjährigen Nova Rock, da hol ich ihn. Es war am Ende allerdings auch ein Glück, David Hasselhoff engagieren zu können, weil er am nächsten Tag in Nizza eine Verpflichtung hat. Wir fliegen ihn nach seinem Auftritt, den er gleich im Anschluss der Show von Iron Maden hat, dafür extra mit einem Privatjet nach Nizza. Aber das ist uns der Spaß, den „Knight Rider“ auf der Bühne zu haben, auf jeden Fall wert.