Erstellt am 02. Januar 2012, 11:49

Dorner kritisiert Spar-Ankündigung bei Gesundheit. Ärztekammer-Präsident Dorner weist die Ankündigung von ÖVP-Klubobmann Kopf zurück, im Zusammenhang mit dem Sparpaket im Gesundheitsbereich 1,8 Milliarden Euro in den nächsten fünf Jahren einsparen zu wollen.

Er halte nichts von "Zahlenspielereien rund um Ausgabenkürzungen im Gesundheitswesen", sagte Dorner am Montag.

Kopf hatte vorige Woche das Ziel ausgegeben, die Ausgaben-Steigerungen im Gesundheitsbereich mit dem Wachstum des BIP zu begrenzen. Damit könnten Kostendämpfungen von 1,8 Milliarden Euro erreicht werden, hatte der ÖVP-Klubobmann vorgerechnet. Das Gesundheitsministerium hatte zwar das grundsätzliche Ziel der Begrenzung der Ausgaben auf das BIP-Wachstum bestätigt, allerdings die Summe von 1,8 Milliarden Euro nicht bestätigen können.

Dorner erklärte dazu nun, es sei nur schwer vertretbar, für die Gesundheitsversorgung immer weniger Geld auszugeben. Angesichts der steigenden Lebenserwartung und der damit verbundenen Zunahme vor allem chronischer Erkrankungen einerseits und des Fortschritts der Medizin andererseits müssten Politiker, die ihre soziale Aufgabe ernst nehme, dazu stehen.

Der Ärztekammer-Präsident bestätigte jedoch, dass das Kostenwachstum durch eine Neuordnung der Strukturen eingebremst werden könne. Er bekräftigte dafür seine Vorschläge für Akutordinationen, in denen niedergelassene Ärzte in der Nähe von Spitälern außerhalb der Kernöffnungszeiten der Krankenhäuser die Ambulanzen entlasten, und für das Hausarztmodell, in dem der niedergelassene Arzt die Patienten durch das Gesundheitssystem lotst.