Erstellt am 17. Dezember 2012, 11:19

Durch Berufsheer Chance auf mehr Soldatinnen. Frauenministerin Heinisch-Hosek hat am Montag gemeinsam mit Verteidigungsminister Darabos bei einer Pressekonferenz ihrer Überzeugung Ausdruck verliehen, dass ein "Profiheer" zugleich mehr Frauen in den Streitkräften bedeuten würde.

Nach Ansicht von Darabos ist die Wehrpflicht der entscheidende Grund, warum so wenig Frauen - der aktuelle Frauenanteil im Kader beträgt zwei Prozent - zum Heer gehen. In wenigen Jahren werde es gar nicht mehr genügend junge Männer geben, ist die Argumentation der SPÖ. Ein Berufsheer mit Milizkomponente könnte hier "ungeahnte Chancen" eröffnen und ungenütztes Potenzial heben. Darabos sieht sich durch internationale Vorbilder bestätigt: Irland habe einen Soldatinnenanteil von 6 Prozent, in Deutschland betrage er zehn Prozent, in Tschechien elf Prozent und in Schweden, das sich zuletzt von der Wehrpflicht verabschiedet hatte, 15 Prozent.

Rund sechs Prozent ist auch der Zielwert, den Darabos für 2015 in Österreich anstrebt - wenn sich denn die Österreicher in rund einem Monat bei der Volksbefragung gegen die Wehrpflicht aussprechen. "Im Endausbau" könnten es 15 Prozent sein, meinte er mit Verweis auf den in etwa gleich hohen Polizistinnenanteil. Damit einher gehen würden auch "aus meiner Sicht falsche Rollenbilder" im Bundesheer, hofft er.

Heinisch-Hosek sieht es "hoch an der Zeit, die männlich gewachsenen Strukturen beim Bundesheer aufzubrechen". Frauen könnten durch ihr Know-how und ihre Zugänge das Bundesheer vielfältiger machen. Im Gegenzug könnte die Aufwertung des freiwilligen sozialen Jahrs mehr Männer in Sozialberufe bringen. Wie Darabos verwies Heinisch-Hosek auch darauf, dass weibliche Offizierinnen bei internationalen Einsätzen eine wesentliche Bereicherung seien, da die "Geschlechterperspektive" in Krisenregionen nicht zu vernachlässigen sei. Von einer Forderung nach einer Wehrpflicht auch für Frauen halten beide nichts, solange die gesellschaftliche Gleichstellung nicht realisiert sei.