Erstellt am 30. Dezember 2012, 08:00

Einkommensschere in Österreich klafft auseinander. Frauen verdienen weniger als Männer, das hat der jüngste Einkommensbericht des Rechnungshofs wieder bewiesen.

1998 betrug das mittlere Bruttojahreseinkommen von Frauen im Vergleich zu jenem der Männer rund 60 Prozent. Auch 2011 lag der Wert bei 60 Prozent. Ein Grund dafür nennt Frauenministerin Heinisch-Hosek: "Wir haben erschreckende 50 Prozent Frauen in Teilzeit, das hat auch mich schockiert."

2011 erzielten Männer ein Medianeinkommen von 30.690 Euro, Frauen kamen auf 18.549 Euro. Ein Teil der Einkommensdifferenz lässt sich mit dem unterschiedlichen Beschäftigungsausmaß erklären. Frauen arbeiten zu einem wesentlichen Prozentsatz in Teilzeit und verdienen dadurch auch weniger. Jedoch erklären die kürzeren Arbeitszeiten bei weitem nicht die gesamten Einkommensunterschiede, heißt es im Bericht. Werden nur ganzjährig Vollzeitbeschäftigte in die Analyse einbezogen und damit Effekte wie Teilzeit ausgeschaltet, erhalten Frauen im Mittel nur 81 Prozent der Männereinkommen.

Frauen sind in schlecht bezahlten Berufen und dort überproportional teilzeitbeschäftigt. Unter den Hilfsarbeitskräften verdienen Frauen im Mittel lediglich 54 Prozent des Medianeinkommens der Männer. Als "Scheitern" der Frauenpolitik will Heinisch-Hosek dies nicht gewertet wissen, viel eher fordert sie alle Ressorts und die Gesellschaft auf, die "wichtigsten Puzzlesteine" - wie Kinderbetreuung oder Arbeitsbewertung - zusammenzusetzen.

"Ich sehe überhaupt nicht ein, warum man die Arbeit am Menschen geringer bewertet als die Arbeit an der Maschine", so die Frauenministerin . Erfreulich sei lediglich, dass es dort wo es Quotenregelungen und Frauenförderpläne gibt, "nahezu keine Unterschiede existieren", verweist Heinisch-Hosek auf den Öffentlichen Dienst.

Die Frauenministerin will im Frühjahr 2013 zu einem Sozialpartnergipfel einladen und dabei die Effektivität der 2011 eingeführten Einkommensberichte für mehr Gehältertransparenz diskutieren. Ab dem kommenden Jahr sind auch Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeiter zur Erstellung verpflichtet.