Erstellt am 05. März 2013, 10:46

Einkommensunterschiede nur leicht rückläufig. Frauen verdienen immer noch deutlich weniger als Männer, was sich in niedrigeren Pensionen und einem höheren Armutsrisiko niederschlägt, teilte die Statistik Austria am Dienstag mit.

Die Erwerbstätigenquote der 15- bis 64-jährigen Frauen stieg im vergangenen Jahrzehnt allerdings von 59,9 Prozent (2001) auf 66,5 Prozent (2011). Die Zunahme der Frauenerwerbstätigkeit ist laut Statistik Austria jedoch in erster Linie auf einen Anstieg der Teilzeitarbeit zurückzuführen. Die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern haben sich in den vergangenen zehn Jahren aber nur leicht verändert. Bezogen auf die mittleren Bruttojahreseinkommen aller unselbstständig Erwerbstätigen lagen die Einkommen der Frauen 2001 um 40,2 Prozent unter jenen der Männer, 2011 waren es 39,6 Prozent.

Werden Teilzeit und nicht ganzjährige Beschäftigung ausgeklammert, zeigt sich etwas mehr Bewegung. Bezogen auf die mittleren Bruttojahresverdienste der ganzjährig Vollzeitbeschäftigten sank der geschlechtsspezifische Lohn- und Gehaltsunterschied von 22,5 Prozent (2004) auf 18,5 Prozent (2011).

Vergleicht man die auf Bruttostundenverdienste standardisierten Löhne und Gehälter von Voll- und Teilzeitbeschäftigen in der Privatwirtschaft, dann hat sich der "Gender Pay Gap" laut Eurostat von 25,5 Prozent 2006 auf 23,7 Prozent 2011 verringert. Im EU-Vergleich zählt Österreich aber nach wie vor zu den Staaten mit den größten Verdienstunterschieden zwischen Frauen und Männern.

Zwar stieg auch die Erwerbstätigenquote, doch die Statistik Austria registrierte auch eine deutliche Ausweitung der Teilzeitbeschäftigung: Die Teilzeitquote bei erwerbstätigen Frauen erhöhte sich von 34,3 Prozent (2001) auf 44 Prozent (2011). Unter erwerbstätigen Männern ist der Anteil der Teilzeitbeschäftigten trotz eines Anstiegs von 4,4 Prozent (2001) auf 8,9 Prozent (2011) noch immer deutlich geringer. Insgesamt waren 2011 rund 81 Prozent der Teilzeitbeschäftigten weiblich.

Und auch die Gründe für Teilzeitarbeit sind unterschiedlich: 2011 waren 71,4 Prozent der Frauen im Alter von 25 bis 49 Jahren mit Kindern unter 15 Jahren teilzeitbeschäftigt. Bei den Männern (24,4 Prozent) stand die Aus- oder Fortbildung im Vordergrund (Frauen: 7,6 Prozent).