Erstellt am 09. März 2015, 11:16

von Gerti Süss

„Bei manchen Bands gab es Gagenpoker“. Ewald Tatar, Veranstalter des Nova Rock, im Gespräch mit Gerti Süss über die neue Konkurrenz am Festivalmarkt.

Ewald Tatar  |  NOEN, Erich Marschik

NÖN: Mit Rock in Vienna Anfang Juni hat das Nova Rock eine ganz neue Konkurrenz. Hat sich das auf Booking ausgewirkt?
Tatar: Für das Booking hat es nicht so viel bedeutet. Bei den Bands war uns klar, was wir heuer haben wollen. Und Metallica haben wir ja schon öfters gehabt, das war für uns heuer kein Thema. Ansonsten haben wir großteils das bekommen, was wir wollten. Bei der ein oder anderen Band war schon ein Gagenpoker dabei, aber ansonsten läuft alles, wie ich mir das vorgestellt habe. Hauptziel ist für mich, dass die Besucher das neue Gelände genießen werden, weil wir uns sehr viel überlegt haben.

Wie will sich das Nova Rock vom Rock in Vienna differenzieren?
Wir sind ein Festival. Das ist eigentlich alles, was man dazu sagen kann.

Ihre Firma Skalarmusic hat früher auch das Nuke Festival veranstaltet – in Zwentendorf, im Pielachtal und St. Pölten. Heuer findet es erstmals in Graz statt und hat einen neuen Veranstalter. Warum das?
Es war eine gemeinsame Entscheidung, dass wir das Nuke nicht mehr veranstalten. Die Namensrechte dafür lagen bei Harry Jenner und Norbert Bauer und wurden abgetreten. Jetzt wurde dieser Name von wem anderen wiederbelebt.

Im Vorjahr hat Skalarmusic auch beim Tomorrow Festival in Zwentendorf mitgemischt, das heuer allerdings nicht mehr stattfinden wird. Gibt es Überlegungen, wieder einmal ein Festival beim Atomkraftwerk zu veranstalten?
Überlegungen – ja. 2015 – nein. Der Markt ist im Moment strapaziert genug. Aber für später – sag’ niemals nie.

Vom Sänger der Band Bilderbuch kam kürzlich die Kritik, dass die Firma Skalarmusik, zu der neben dem Nova Rock auch das Frequency und die Wiesen-Festivals gehören, zu selten heimische Bands buchen. Stimmt das?
Tatar: Wenn Bilderbuch das glaubt - okay. Ich habe Bilderbuch vor drei Jahren am Two Days A Week in Wiesen gebucht, da haben sie noch nicht so viele Leute gekannt, aber vielleicht können sie sich daran nicht mehr erinnern. So eine Kritik muss man natürlich annehmen, das ist ganz klar. Aber man muss auch berücksichtigen, wie vielen österreichischen Bands wir eine Chance geben. Alleine am Red Bull Brandwagen spielen jedes Jahr sechs bis acht Österreicher. Wir versuchen auch immer, heimische Bands als Vorgruppen bei unseren großen Konzerten zu buchen. Ich kann da Bilderbuch nur widersprechen, aber wenn ich sie heuer auf einem Festival treffe, werde ich das gerne mit ihnen ausdiskutieren.