Erstellt am 14. August 2014, 11:48

von Wolfgang Millendorfer

„Irgendjemand muss den Job ja machen …“. Das belgische Trio sprach mit der BVZ über das Leben auf Tour, neue Songs – und Schlagershows.

Spaß beim Interview: Mario Goossens und Ruben Block im Gespräch mit BVZ-Mitarbeiter Wolfgang Millendorfer.  |  NOEN, Michael Pekovics

Wie gefällt es euch hier bei uns im Burgenland?
Es ist so schön hier, wir haben während der Fahrt ständig Fotos durch das Autobusfenster gemacht. Und wir genießen auch die Zeit vor dem Auftritt. Wenn das Wetter passt und alles so entspannt ist wie hier, findet man selbst auch noch Zeit, sich vom ständigen Reisen zu erholen.

„Heutzutage wird sowieso schon alles über-interpretiert“

Da wir uns mitten in der Festivalsaison befinden, nehme ich an, ihr seid zurzeit sehr viel unterwegs …
Im Sommer spielen wir immer an den Wochenende auf verschiedensten Festivals. Unter der Woche geht’s dann nachhause zu unseren Familien und wir haben ein wenig Freizeit – und gleich darauf sind wir wieder unterwegs. So richtig auf Tour geht’s im Herbst. Da sind wir dann auch wieder in Österreich!
 
Und wie kann man sich eure Freizeit vorstellen? Ist das die Zeit, in der neue Songs entstehen?
Eigentlich arbeitet man ja ständig an seiner Musik. Zuhause zu sitzen und ein wenig auf der Gitarre herumzuspielen – das macht Spaß! Und dann stolpert man wieder über neue Ideen. Die sammeln wir dann, jeder für sich, und dann setzen wir sie zusammen. Es ist fein, so arbeiten zu können.
 
Denkt ihr beim Schreiben auch an eure Fans – und daran, was sie aus den Songs heraushören werden?
Jeder kann in unseren Songs etwas für sich selbst entdecken, etwas, auf das er oder sie Bezug nehmen kann. Heutzutage wird sowieso schon alles erklärt und über-interpretiert. Jeder macht Fotos von seinem Essen und stellt sie online. Es gibt zu wenig, das noch der eigenen Vorstellungskraft überlassen wird. Deshalb ist es doch schön, wenn die Menschen in unseren Songs selbst nach etwas suchen können.

„Im Schlager-Geschäft gibt es härteren Wettbewerb als im Rock-Business“

Durch eure Radio-Auftritte habt ihr es zuletzt sogar in deutschsprachige Schlagershows geschafft. Wie hat sich das eigentlich angefühlt?
Es war auf jeden Fall ein großer Spaß. Wir haben wirklich nette Menschen kennengelernt – zum Beispiel euren Schlagersänger Gregor Glanz. Und es gibt einige sehr attraktive Sängerinnen …
 
Und stimmt es, dass die Schlagerszene wirklich noch verrückter ist als das Rock-Business?
Das können wir uns schon ganz gut vorstellen. Die Aftershow-Party war auf jeden Fall ziemlich verrückt. Und sehr lustig. Die Szene unterscheidet sich vom Rock-Business vielleicht dadurch, dass es dort mehr Konkurrenz, einen härteren Wettbewerb gibt. Da ist es hier schon sehr entspannt.
 
Aber der Tour-Zirkus gefällt euch immer noch, oder? Müsst ihr wirklich immer feiern?
Es ist auf jeden Fall lustig, auf Tour zu sein. Und man lernt, wie man immer mitfeiern kann. Man lernt auch, dass man nicht immer Party machen muss. Aber es ist wohl dasselbe, wenn man Journalist ist – irgendjemand muss den Job wohl machen. Genauso ist es bei den Rockstars. Irgendjemand muss den Job machen. Und – ein Journalist zu sein, das ist doch auch manchmal Rock’n’Roll-Lifestyle …