Erstellt am 01. Oktober 2011, 08:43

Frauen arbeiten 89 Tage unbezahlt. Am Dienstag findet der österreichweite Equal Pay Day für mehr Lohngerechtigkeit statt. Dieser Tag markiert jenen Tag im Jahr, ab dem statistisch gesehen die Frauen bis Jahresende "gratis" arbeiten.

Der diesjährige Equal Pay Day findet fünf Tage später statt als 2010. Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (S) präsentiert dazu am Montag einen Gehaltsrechner für mehr Einkommenstransparenz.

Frauen verdienen laut der Lohnsteuerstatistik der Statistik Austria für gleiche Arbeit um 24,3 Prozent weniger als Männer. Statistisch betrachtet arbeiten Frauen damit 89 Tage "unbezahlt". In Vorarlberg ist die Differenz mit 31,8 Prozent am größten, der Equal Pay Day fand hier bereits am 6. September statt.

Ebenfalls schon begangen wurde er in Oberösterreich (28,5 Prozent Einkommensunterschied, 19. September), in Tirol (27,2 Prozent, 23. September) und in Salzburg (26,6 Prozent, 26. September). Rund um das Österreichdatum findet er in Niederösterreich (24,8 Prozent, 2. Oktober), der Steiermark (24,5 Prozent, 3. Oktober) und dem Burgenland (24,1 Prozent, 5. Oktober) statt. Kleiner ist die Differenz in Kärnten (23,8 Prozent, 6. Oktober) und in Wien, wo der Equal Pay Day erst am 15. Oktober (21,2 Prozent Unterschied) stattfindet.

Auch laut Berechnungen der Eurostat gehört Österreich mit rund 25 Prozent Gehaltsdifferenz zu den europäischen Staaten mit den größten Unterschieden. Nur Estland und Tschechien sind laut ÖGB Frauen "ungerechter". Das Motto der diesjährigen Kampagne lautet: "Scharf auf 100 Prozent Einkommen".

Der Verband sozialistischer Studentinnen (VSStÖ) und die Aktion Kritischer Schülerinnen (AKS) kündigten für Dienstag eine Aktion am Schwedenplatz in Wien an. Unter dem Motto "Heldin der Arbeit" wird auf die Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen hingewiesen. Ebenfalls mit einer Aktion - dem "Frauensilvester" - werden die Wiener Grünen schon am Montag auf die ungerechte Einkommenssituation aufmerksam machen. Mit Schnurrbärten maskiert laden dabei Gemeinderäten Martina Wurzer und die Grünen Frauen auf der Mariahilfer Straße Passantinnen auf ein Glas Sekt ein.

Frauenministerin Heinisch-Hosek präsentiert auch am Montag einen Gehaltsrechner. Nach Einkommensbericht und Angabe des Mindestgehalts in Stellenanzeigen soll auch das Online-Tool mehr Einkommenstransparenz schaffen, so die Ressortchefin.