Erstellt am 04. März 2013, 14:55

Frauen in Firmen-Führungsetage unterrepräsentiert. Die Chefetagen in heimischen Firmen sind nach wie vor eine Männerdomäne: In den Geschäftsführungen der 200 umsatzstärksten Unternehmen beträgt der Frauenanteil 5,6 Prozent, nach 5,1 Prozent 2012.

In den Aufsichtsgremien stieg der Frauenanteil von 11,2 auf 13,5 Prozent, geht aus einer am Montag veröffentlichten Studie der Arbeiterkammer Wien hervor. In den Top 200 Unternehmen waren dem "AK.Frauen.Management.Report 2013" zufolge von insgesamt 620 Vorstandspositionen nur 35 weiblich besetzt. In den börsenotieren Unternehmen ist der Frauenanteil unterdurchschnittlich. In den 214 Vorständen finden sich 7 Frauen, das entspricht einem Anteil von 3,3 Prozent.

Gegenüber dem Vorjahr (vier Frauen) entspreche dies zwar einer "begrüßenswerten Steigerung, allein diese Einzelbesetzungen können den Anteil auch nicht wirkungsvoll erhöhen", so die AK. Bei den Aufsichtsratsmandaten sind 11,6 Prozent in Frauenhand.

Im Europa-Vergleich liegen die im Leitindex ATX notierten Top-Börse-Unternehmen mit einer Frauenquote in Aufsichtsräten mit 12 Prozent unter dem Durchschnitt der EU-27 von 17 Prozent. Europaweit an der Spitze rangiert Norwegen mit 46 Prozent, gefolgt von Finnland (29 Prozent) und Lettland (28 Prozent). Schlusslicht ist Ungarn mit 3 Prozent. Gesetzliche Frauenquoten gibt es laut AK bisher in Norwegen, Spanien, Frankreich, Island und Italien.

AK-Präsident Tumpel bezeichnete die Zahlen als "Armutszeugnis für den Standort Österreich" und forderte rasch die Einführung der gesetzlichen Geschlechterquote von 40 Prozent. Es zeige sich, dass freiwillige Regelungen wie etwa der für börsennotierte Unternehmen geltende Corporate Governance Kodex wirkungslos seien.

In Branchen, in denen überwiegend Frauen beschäftigt sind, seien sie in der Geschäftsführung kaum vertreten. Im Handel betrage der Frauenanteil in den Chefetagen nur 2,4 Prozent, bei Banken und Versicherungen 3,0 Prozent. In der Industrie sind es laut Studie 4,4 Prozent und bei Dienstleistungen 10,4 Prozent.