Erstellt am 21. August 2015, 09:54

von Mario Kern

Ein bunter Musik-Strauß zum 15. Geburtstag. Etwas verhalten begann der erste Tag des mittlerweile 15. Frequency-Festivals am Donnerstag: Wirklich geregnet hat es während des Konzertreigens nicht, die Sonne wollte sich aber auch nicht zeigen.

 |  NOEN, Florian Bruckmüller
Damit bildete das Wetter auch eine gewisse Analogie zum Programm des ersten Tages: Keiner der Acts war ein Reinfall, so richtig mitreissen konnten aber nur die wenigsten Bands.



Lobenswerte Ausnahmen bildeten da etwa die alten Herren von Bad Religion, die mit ihren 32 Jahren Bandgeschichte immer noch die Punk-Rock-Jünger auf ihrer Seite wissen. Auch Folk-Interpret José Gonzalez überzeugte auf der Green Stage, wenngleich mit entspannteren, teils mit spanischer Folklore versetzten Tönen, die einen ruhigen und organischen Ausgleich zum sonst eher elektronisch geprägten Festival bildeten.

Major Lazer brachten Geschwindigkeit hinein

Mit Elektronik - sphärischem Pop - warteten zeitgleich The Script auf der Space Stage auf. Spätestens bei ihrem Hit “Breakeven” kam zunehmendes Stimmung vor der Bühne auf.

Während etwas später auf der Green Stage mit K.I.Z. provokanter Hip-Hop regierte, herrschte auf der Space Stage ein Lichtgewitter: Auf der Bühne standen Alt-J, schmachteten elegische Synthie-Hymnen in den bewölkten Himmel, begleitet von einer unübersehbaren Lichtshow.

Major Lazer aus Amerika machten mit ihrem Mix aus Elektronik und Dancehall wesentlich mehr Stimmung und brachten etwas Geschwindigkeit in den Konzertreigen.

Damit wären sie zwar etwas besser im Nightpark aufgehoben gewesen, hätten sich aber auch dort - inklusive vier bewegungsfreudiger Tänzerinnen - nicht über ihre etwas platten Tracks hinwegretten können. Dem Publikum schien es zu gefallen - erstmals war der Platz vor der Space Stage dicht gedrängt.

Deutscher Rapper Casper überzeugte die Massen

Zeitgleich bildete Elie Goulding auf der Green Stage eine Erfrischung im Line Up: Mit ihren Hits “Burn” und “Lights” schlug sie leisere, aber gefällige Töne an. Sie ebnete den Weg für den deutschen Rapper Casper, der bereits vor zwei Jahren und ein Jahr davor am Frequency auftrat. Vor der Green Stage war zu diesem Zeitpunkt gefühlt mehr Publikum als vor der Space Stage mit den Chemical Brothers.

Casper machte alles richtig - sein gitarrengeladener, kritischer und einnehmender Hip Hop überzeugte die Massen. Der quirlige Musiker fegte über die Bühne, band sein Publikum ein und bildete den ersten großen Höhepunkt des Festivals.

Wenig Überraschungen, grundsolide Bandbreite

The Chemical Brothers hatten es da publikumtechnisch eine Spur schwerer, spielten aber bravourös ihre Tracks und beschenkten so das geneigte Publikum mit zahlreichen ihre 20 Singles, darunter die Hymne “Galvanize”.

Danach ging es für zahlreiche Fest-Gäste noch ins VAZ-Innere zum Nightpark, den unter anderen Flosstradamus, Steve Hope und Andy Catana zu später Stunde beschallten.

Fazit: Ein kunterbunter erster Festival-Tag mit wenigen Überraschungen aber einer grundsoliden Bandbreite musikalischen Geschmackes. Ein abwechslungsreiches erstes Geschenk zum 15. Geburtstag des Alternative-Festivals.