Erstellt am 24. August 2015, 09:40

von Gerti Süss

Frequency: Ein fast perfektes Festival-Jubiläum. Die 15. Auflage des Megaevents in St. Pölten bot einige Highlights, aber keine großen Überraschungen.

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Ausverkauft war es nicht – dafür gab es womöglich zu wenig musikalische Highlights, und auch das Wetter spielte bis kurz davor nicht so ganz mit. „Für uns war es trotzdem ein toller Erfolg“, sagt Veranstalter Harry Jenner über die 15. Auflage des Frequency Festivals.

Immerhin ließ sich ab Freitag die Sonne wieder blicken, und die rund 40.000 Besucher pro Tag feierten so ausgelassen wie immer.

Top-Stimmung bei Casper

Am Donnerstag sorgten die US-Rocker Bad Religion für gute Stimmung, die britische Band Alt-J lieferte eine coole Show, und die Elektronik-Kombo Major Lazer ließ es so richtig krachen. Die allerbeste Stimmung gab es bei Casper. Der deutsche Rapper war erstmals als Hauptact auf der Green Stage und ließ seine große Fangemeinde auch spüren, dass er immer wieder gerne nach St. Pölten kommt. Vergleichsweise schwach gefüllt war der Mainstage-Bereich, wo The Chemical Brothers den Headliner stellten.

Am Freitag war der Auftritt von Dawa überschattet von dem zweifachen Wirbelbruch der Cellistin Laura Pudelek, die das Konzert aber bravourös im Stützkorsett durchstand. Auch wenn die Band knapp das Song Contest-Ticket verfehlt hatte – am Frequency zählte das Dawa-Konzert zu den stimmungsvollsten Auftritten.
Zu den Überraschungen gehörte Simple Plan: Die kanadische Band konnte die Massen mit ihren zahlreichen altbewährten Hits mitreißen und hatte dabei selbst sichtlich viel Spaß.

Großer Ansturm bei Offspring

Bei UK-Sänger Kwabs bereits gut besucht war der Bereich vor der Green Stage bei The Offspring zum Bersten voll. Mit Hits wie „Self Esteem“ brachte die US-Band Jung und Alt zum Mitgröhlen. Zeitgleich konnte The Prodigy auf der Mainstage eher wenige mitreißen. Ab Mitternacht stürmten die Massen schon in den Nightpark, zum DJ-Duo Klangkarussell.

Der Samstag startete eher punkig mit Against Me und den Mad Caddies, danach sorgte der deutsche Rapper Alligatoah mit einer witzigen Bühnenshow für tolle Stimmung. Mit Linkin Park fand das Festival dann noch einen würdigen Abschluss. Warum bei der US-Band eine Rapid-Fahne prominent auf der Bühne hing, konnte aber nicht einmal Frequency-Boss Jenner erklären.

Der Termin für nächstes Jahr steht bereits: von 18. bis 20. August 2016, wieder in St. Pölten.

Organisatorische Tops & Flops

Top: Neues Konzept für den Eingangsbereich – keine langen Wartezeiten mehr!

Top: Schattiger Biergarten und erweiterter Essensbereich mit vielen Sitzmöglichkeiten und Food Trucks

Top: Gemütliche Hängematten im Kerngelände

Top: Noch mehr Müllcontainer im Kernbereich –  es war durchaus sauberer.

Top: Die Stadt St. Pölten punktete mit witzigen Werbebotschaften. So stand etwa nach dem Konzert von Linkin Park groß auf beiden Leinwänden: „St. Pölten. Geiles Kaff“

Flop: Der enormen Wegersparnis zum Trotz hatte der Nightpark in der Kopalkaserne wesentlich mehr Flair als die VAZ-Hallen, die aber wenigstens optisch aufgemotzt wurden.

Flop: Das Warehouse war „aus logistischen Gründen“ nicht geöffnet. Dabei hätte sich der Club im VAZ für einen Alternative-/Rock-Floor geeignet. Wer mit elektronischer Musik nichts anfangen konnte, schaute im Nightpark heuer durch die Finger.

Flop: Wieder kostete der Shuttlebus vom Bahnhof sieben Euro. Sollen so die Gäste motiviert werden, mit Öffis anzureisen?