Erstellt am 20. August 2015, 15:18

Gemütlicher und trockener Start ins Jubiläum. Recht gemütlich ist die Jubiläumsausgabe des Frequency Festivals losgegangen: Dank eines trockenen Starts brachte der Auftakt der 15. Auflage am Donnerstag in St. Pölten zwar fröhliche Gesichter, aber vorerst noch spärlich gefüllte Reihen vor den Bühnen. Eröffnet wurde der Konzertreigen dafür durch die Bank von heimischen Acts, die outdoor wie indoor ihr Können unter Beweis stellten.

 |  NOEN, HERBERT P. OCZERET (APA)
Eröffnet wurde der Konzertreigen dafür durch die Bank von heimischen Acts, die outdoor wie indoor ihr Können unter Beweis stellten. Offiziell die ersten Töne durfte Singer/Songwriter Thomas Edler auf der Weekender-Stage, die sich wie der Nightpark in den VAZ-Hallen befindet, anstimmen.



Bemüht versuchte er die paar Handvoll Zuhörer auf seine Seite zu ziehen, und immerhin durfte man sich nach anhaltendem Regen am Tag zuvor und dem Vormittag zunächst über einen wasserabstinenten Startschuss freuen. Wie feuchtfröhlich die Nacht zuvor für einige Besucher war, davon zeugten in erster Linie etliche Schlammspuren auf Gummistiefeln, Hosen und Jacken.

So ausgerüstet machten sich etliche Musikfans auch auf, der Indierock-Band The Westsides aus Salzburg zu lauschen. Dem Quintett wurde die Ehre zu Teil, die mächtige Space Stage einzuweihen, wobei die Gruppe trotz fehlenden Sonnenscheins gute Laune versprühte und ihre Sache recht ordentlich machte. Für die Melange aus rockigen Klängen und eingängigen Melodien bediente man sich hörbar bei Klassikern der 70er-Jahre, ohne dabei altbacken zu klingen.

Headliner des ersten Tages: Chemical Brothers 

Nur der Wiedererkennungswert hielt sich auf Dauer etwas in Grenzen. Bei den für die Green Stage als Einstieg gebuchten Dialektrockern von Krautschädl schaut das hingegen ganz anders aus, sind die Oberösterreicher doch alte Hasen im Geschäft und kennen die heimischen Bühnen zwischen Bregenz und Neusiedler See bestens. Da darf man sich durchaus auf Tanzbares einstellen, wenn Sänger Mölgie und Kollegen ihre Instrumente in die Hand nehmen werden.

Die kühlen Temperaturen - vorerst gab es 15 Grad zu vermelden - vergessen machen dürfte auch die Vorfreude auf die Headliner des ersten Tages, haben sich doch die britischen Elektronikpioniere The Chemical Brothers angesagt. Erst kürzlich hat das Duo mit "Born In The Echoes" ein neues, sehr überzeugendes Album vorgelegt, zu dessen Tracks die Körper bei reichlicher Bewegung aufgeheizt werden können.

Aber auch das weitere Line-up mit dem deutschen Rapper Casper, Alt-J und ihren atmosphärisch geprägten Songs oder Sängerin Ellie Goulding macht deutlich, dass man sich beim diesjährigen Frequency programmatisch einer sehr breiten Definition von Popmusik zuwendet. Wer es etwas härter mag, hat bei Bad Religion, Jesper Munk oder den unterhaltsamen Truckfighters im weiteren Verlauf des Nachmittags Gelegenheit, die Luftgitarre auszupacken und das Haupthaar zu schütteln.

Verlockungen abseits des musikalischen Genusses 

Verlockungen abseits des musikalischen Genusses werden den Besuchern beim Frequency ebenfalls geboten: Neben insgesamt 120 Acts an den drei Festivaltagen lockt das Venue mit diversen kulinarischen Schmankerln, wobei stark auf Regionalität gesetzt wird.

Auf Burger, Hotdog und Co müssen Festivalerfahrene aber natürlich nicht verzichten. Und wenn die aktuell noch hinter den Wolken versteckte Sonne untergeht, können sich Tanzbegeisterte in Richtung Nightpark begeben, wo auf zwei Floors DJs und Elektronikkünstler unterschiedlichster Couleur einheizen werden. Für die Nacht auf Freitag sind dabei u.a. Diplo, Bakermat und Dillon Francis angesagt.

Als "ganz ruhig" und ohne Zwischenfälle hat indes der St. Pöltner Stadtpolizeikommandant Franz Bäuchler die Anreise zum Frequency Festival bezeichnet. Der Zustrom sei vorerst geringer als 2014 gewesen, sagte er auf Anfrage. Dazu hätten Verbesserungen bei den Einlasskontrollen die Wartezeiten verkürzt.