Erstellt am 23. August 2015, 16:41

von Gerti Süss

„Das Frequency ist viel größer geworden“. Die NÖN traf Dan Haggis (Schlagzeug) und Tord Overland-Knudsen (Bass) von der britischen Rockband The Wombats vor ihrem Auftritt am Frequency Festival.

 |  NOEN, Manjana Sommerecker

 NÖN: Ihr habt 2008 zuletzt beim Frequency in Salzburg gespielt. Wie gefällt euch die neue Location in St. Pölten?
Tord
: Wir haben noch nicht viel gesehen, weil wir ja gerade erst angekommen sind. Aber es sieht aus, als wäre es jetzt viel größer. Und ein größeres Festival bedeutet ja auch mehr Bands und größere Headliner. Das sieht man auch am Line-Up, das ist heuer ja richtig gut.
Dan: In Salzburg waren doch mehr Wälder und Berge, oder? Das war aber auch sehr schön, so neben den Wäldern aufzutreten.

Warum nennt ihr euch eigentlich The Wombats? Ihr seid ja aus Liverpool, und nicht aus Australien …
Dan
: Da gibt es keinen guten Grund. Die Band gab es erst seit zwei Monaten und wir hatten beim ersten Auftritt noch keinen Namen. Der Veranstalter hat gefragt, was er auf das Plakat schreiben soll und wir haben einfach gesagt: Schreib‘ The Wombats. Wir wollten das eigentlich noch ändern, haben es dann aber nie getan.

Habt ihr je ein echtes Wombat gesehen?
Tord
: Ja, in Australien. Wir haben sogar welche gehalten. Die Baby-Wombats sind richtig niedlich.
Dan: Ja, aber die großen Wombats können auch ganz schön fies sein, die haben auch echt viel Kraft.

Ihr habt euch am Liverpool Institute for Performing Arts kennengelernt. Wolltet ihr immer schon Musiker werden, oder gab es auch einen Plan B?
Dan
: Ich wollte immer schon in einer Band sein. Ich habe auch Französisch und Spanisch studiert, denn man sollte einfach weitere Sprachen sprechen können. Tord spricht auch noch Norwegisch, aber ich konnte ja nur Englisch.
Tord: Ich hatte nie einen Plan B. Erst wenn das mit der Musik nicht funktioniert hätte, hätte ich mir etwas Anderes überlegt. Aber ich hatte Glück, und so musste ich darüber noch nicht nachdenken.

Es gibt so wahnsinnig viele Bands aus England. Wie schafft ihr es da, euch von den anderen abzuheben – einerseits in England selbst, andererseits in anderen Ländern?
Dan
: Gute Frage. Ich weiß es nicht. Wir machen einfach unsere Musik:
Tord: Ja, wir machen einfach das, was uns gefällt.

In einer eurer neuen Singles, nämlich in „Give me a try“ geht es um die Dating-App Tinder. Was denk ihr denn persönlich über Tinder?
Dan
: In dem Song geht es nicht wirklich um Tinder, aber dafür im Video, das dazugehört. Ist Tinder nicht mittlerweile mehr eine reine Aufreiß-Plattform als eine Kennenlern-App? Aber naja, meine Tante und meine Schwester haben durch so eine ähnliche App ihren Freund kennengelernt, und die sind immer noch zusammen mit ihren Partnern.
Tord: Ich habe auch Freunde, die sich auf Tinder kennengelernt haben und immer noch zusammen sind. Es ist schon auch eine gute Sache.
Dan: Ja, heutzutage verbringen die Leute sowieso so viel Zeit online, da ist es nur natürlich, wenn auch das Kennenlernen immer mehr über das Internet passiert.

Was ist das Beste am Tourleben, was ist das Anstrengendste?
Dan
: Das Beste ist, dass wir neue Länder und Kulturen kennenlernen können und viele Leute treffen. Das ist schon sehr aufregend. Aber gleichzeitig besteht eine Tour auch immer aus vielen Wartezeiten, also man muss oft neun Stunden an einem Ort warten, bis die Show anfängt, und man vermisst Freunde und Familie.
Tord: Das Tolle ist aber, dass wir sehen, wie die Songs, an denen wir so lange gearbeitet haben, live ankommen. Aber das Warten und Herumfliegen ist auch manchmal anstrengend.
Dan: Ja, wir fliegen kreuz und quer herum, oft jeden Tag, inklusive Zeitverschiebungen. Da kennt sich der Körper manchmal schon gar nicht mehr aus, das ist schon anstrengend.

Wo geht’s denn nach dem Frequency-Auftritt hin? Und wann seid ihr wieder zuhause in Liverpool?  
Dan
: Wir spielen noch am Reading- und am Leeds-Festival in England. Danach geht’s in die USA. Unter der Woche haben wir schon immer wieder ein paar Tage frei, aber die Tour endet erst zu Weihnachten.