Erstellt am 04. März 2013, 14:18

Friedensburg Schlaining wird zum "Leuchtturm des Friedens". Vor 30 Jahren wurde auf Burg Schlaining im Südburgenland das Österreichische Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung (ÖSFK) ins Leben gerufen.

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Im Jubiläumsjahr soll die Friedensburg nun in einem besonderen Licht strahlen: In einem der beiden Türme wird in luftiger Höhe die Linse eines Leuchtturms eingebaut, der einst in Klaipeda in Litauen an der Memelmündung stand, so Sprecher Elias Bierdel.

"Leuchtturm des Friedens - 30 Jahre Friedensburg Schlaining" lautet auch das Motto zum Jubiläum, das im Juni gefeiert wird. Am 16. April 1983 hatte die Arbeit am ÖSFK auf der Burg begonnen. "Wir haben uns überlegt: Was können wir symbolhaft in diesem Jubiläumsjahr tun?", schildert Bierdel. So kam man auf die Idee, einen der Burgtürme symbolisch zu einem Leuchtturm umbauen.

Bei seinen Erkundigungen stieß er auf die Interessengemeinschaft Seezeichen (IGSZ) in Hamburg - ein Verein, in dem sich Leuchtturmfreunde, darunter Sammler, Historiker und ehemalige Mitarbeiter der Schifffahrtsverwaltung in Deutschland zusammengeschlossen haben. Die IGSZ stellte die Linse des historischen Leuchtturms in Klaipeda zur Verfügung. "Die ist jetzt von Fachleuten für uns liebevoll restauriert worden", so Bierdel.

Am 23. März wird die Linse von Geistlichen gesegnet und montiert. Dazu werden auch der frühere Kapitän eines Leuchtschiffs und ein Techniker erwartet. "Ab der Nacht zum 24. soll dieses Leuchtzeichen für die Dauer der Saison unseres Friedensmuseums zu sehen sein", erzählt Bierdel: "Die Idee ist, es soll ein sanfter Strahl übers Land streichen."

Die Linse wird an ihrem Standplatz in einen Schutzzylinder aus Plexiglas eingebettet, um nicht der Witterung ausgesetzt zu sein. Man habe auch alle Vorkehrungen getroffen, um weder die Fledermäuse noch Anrainer durch Lärm oder Licht zu stören.

"Das Ganze wird betrieben von einer einzigen 12-Volt-Lampe", wie sie in einem Autoscheinwerfer zu finden sei, so Bierdel: "Das ist der größte Leuchtturm Österreichs aller Zeiten". Und natürlich sei es der einzige "Leuchtturm des Friedens" weltweit.

Begleitet wird die Aktion von einer Ausstellung zur Geschichte und Kultur der Leuchttürme. Auch eine Lithografie aus dem Jahr 1838, die den alten, nicht mehr existierenden Leuchtturm von Klaipeda zeigt, wird zu sehen sein. Und ganz so abwegig ist das Bild vom Leuchtturm - historisch gesehen - schließlich doch nicht, lag doch das Burgenland vor Millionen Jahren am Urmeer.