Erstellt am 26. September 2011, 13:15

Für 72 Prozent kommt Pflegeberuf "nicht in Frage". Wer in Österreich in einem Krankenhaus oder Pflegeheim ist, fühlt sich gut betreut. Der Pflegeberuf sei "verantwortungsvoll" und "unentbehrlich", selber machen möchten ihn 72 Prozent der Befragten aber "sicher nicht", so das Ergebnis einer Studie des privaten Pflegeheimbetreibers SeneCura.

Sozialminister Hundstorfer will nun den Beruf so attraktiv gestalten, dass Menschen auch darin tätig bleiben.Im Bereich der Pflege sind derzeit 44.000 Menschen beschäftigt. Diese Zahl werde weiter ansteigen. Bis 2020 seien weitere 17.000 Pflegekräfte nötig, nur um den demografischen Anstieg zu bewältigen, sagte Hundstorfer. Über mangelnde Jobchancen könnten sich Menschen, die in Pflegeberufen tätig sind, also nicht beschweren.

Dennoch können sich laut Studie nur 24 Prozent vorstellen, selbst in diesem Sektor tätig zu werden. Für 62 Prozent der Befragten kommt ein Pflegeberuf wegen der schlechten Bezahlung nicht infrage, 60 Prozent begründen ihr "Nein" mit den unregelmäßigen Arbeitszeiten. Und wie könnte man die Begeisterung junger Menschen für Pflegeberufe steigern? "Durch eine bessere Bezahlung", meinten 54 Prozent. Mit der eigenen Betreuung in Kranken- und Pflegeheimen sind 82 Prozent aber zufrieden.

Trotz des großen Personalbedarfs steigen aber auch im Pflegesektor die Arbeitslosenzahlen. Laut Hundstorfer liegt das daran, dass Menschen in Pflegeberufen nach einiger Zeit oft feststellten: "Das war's dann doch nicht". Aufgabe der Politik sei es daher in erster Linie, "Rahmenbedingungen zu schaffen, um die Verweildauer in diesem Beruf zu verlängern", so der Minister.

SeneCura-Geschäftsführer Rudolf Öhlinger sagte, dass seine Organisation "derzeit noch kein Problem habe, Personal zu finden". Durch individuelle Arbeitszeitregelungen, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten und dem Angebot der Kinderbetreuung wolle man den Beruf auch weiter attraktiv halten.