Erstellt am 24. Januar 2014, 20:26

Gewalttätigkeiten nach Akademikerball-Demo. Bei den Demonstrationen gegen den Akademikerball in der Wiener Hofburg ist es Freitagabend zu Gewalttaten und Sachbeschädigungen gekommen.

Kurz vor 19.00 Uhr erklärte die Polizei die Demonstrationszüge, die sich in Richtung Stephansplatz bewegt hatten, für aufgelöst. Daraufhin kam es zu Ausschreitungen. Einige Beamte wurden laut einem Polizeisprecher verletzt, es gab Festnahmen. Insgesamt zählte die Polizei rund 6.000 Kundgebungsteilnehmer. Als die Beamten die Demonstration auflösten, startete eine gewaltbereite Gruppe - laut einem Polizeisprecher mehr als hundert Personen - beim Stephansplatz ihre Attacken. Es wurden Knaller und Farbbeutel geworfen, bei einem Fahrzeug des ORF kam eine Scheibe zu Bruch, wie in "Wien heute" berichtet wurde.

Streifenwagen schwer beschädigt

Noch schlimmer ging es Am Hof ab, wo laut Augenzeugen ein Streifenwagen der Polizei schwer beschädigt wurde und Demonstranten mit Brettern und Steinen auf die dortige Polizeiwache losgingen. Es kam zu Festnahmen. Beim Stephansplatz versuchte ein Demonstrant, in die dortige Bank-Austria-Filiale einzudringen, scheiterte aber am Panzerglas. Laut ORF-"Zeit im Bild" gingen in der Wipplinger Straße Auslagenscheiben zu Bruch.

Rund 50 Personen schafften es in die Sperrzone vor die Oper. Die Polizei räumte diese Versammlung, zu gewalttätigen Zwischenfällen kam es dort nicht. Die Proteste gingen allerdings weiter, mehrere Gruppen von Demonstranten waren unkoordiniert in der Innenstadt unterwegs.

Prügeleien und Festnahmen

Augenzeugen berichteten von Festnahmen durch die Polizei. Hinter dem Burgtheater sei es zu Prügeleien gekommen, wobei es auch einige verletzte Demo-Teilnehmer gab. Auch Pfefferspray kam dem Vernehmen nach zum Einsatz.

Einige der offiziell aufgelösten Demonstrationen verlagerten sich vor das Parlament und zur Bellaria. Attacken gegen die Ballgäste wurden vorerst nicht vermeldet, allerdings wurden wiederholt Taxis blockiert. Ähnliches wurde aus der Gegend rund um den Volksgarten und das Parlament berichtet. Am Ring waren rund 1.000 Demonstranten versammelt, auch die Polizeipräsenz war hoch. Farbbeutel und Flaschen wurden geworfen.

Strache: Kritik an "Linken und Linksextremisten"

FPÖ-Obmann Strache schaffte es indes ohne Störungen in den von seiner Partei veranstalten Ball, wie er in einem Video-Statement erklärte. Es sei bedenklich, dass "Linke und Linksextremisten" gegen einen Wiener "Traditionsball" mobilisierten, kritisierte er. Den Ball werde man auch in Zukunft "mit Sicherheit nicht" aufgeben. Außer der teilweise erschwerten Zufahrt sei es zu keinerlei Attacken gegen die Ballgäste gekommen, hieß es später am Abend bei den Blauen.