Erstellt am 19. Juni 2012, 13:17

Gewerkschaft will für handyfreie Freizeit kämpfen. Die Gewerkschaft der Privatangestellten will sich im Herbst vermehrt dem Phänomen widmen, dass Arbeitgeber 38 Stunden die Woche bezahlt bekommen, aber 130 Stunden noch gratis "stand-by" sein sollen.

"Es kann nicht sein, dass Menschen jederzeit auf Knopfdruck aktivierbar sein müssen", so GPA-Chef Katzian am Dienstag. Laut einer deutschen Umfrage des Forsa-Instituts klagen 60 Prozent der Deutschen, dass ihr Leben anstrengender ist als früher. "Die Arbeitswelt, aber auch unser gesellschaftliches Zusammenleben haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Wir leben heute in einer Pop-up-Gesellschaft, in der auf Handy-Displays und Bildschirmen ständig Fenster aufpoppen, die zum Multitasking zwingen", so der Psychologe Heiko Schulz von der Techniker Krankenkasse.

Drastischer formulierte es der Betriebsökonom Philipp Stuber: "Im Wettbewerb um die besten Talente binden Unternehmen Mitarbeiter als ganze Personen, verlangen aber auch quasi ständige Einsatzbereitschaft. Wissensarbeiter werden so noch mehr zu modernen Leibeigenen." Sein Fazit: "2012 wird deshalb das Jahr des Burn-outs."