Erstellt am 28. November 2011, 18:35

Gold und Sparstrumpf sind wieder ein Thema. Unter den Sparern und Anlegern hat sich wieder Pessimismus breit gemacht. Immer mehr Österreicher denken daran, ihr Erspartes nicht bei der Bank, sondern daheim zu bunkern.

Das Sparbuch hat wegen der niedrigen Zinsen bei zugleich hoher Inflation an Beliebtheit eingebüßt, gleichzeitig steigen die Marktanteile von Gold. Das ergab eine aktuelle Umfrage der GfK Austria.

Der übliche Krisengewinner Sparbuch profitierte laut GfK zwar vor allem zwischen 2007 und 2009 von der Verunsicherung in breiten Teilen der Bevölkerung und avancierte 2009 schließlich sogar zum beliebtesten Anlageprodukt der Österreicher. Seit 2010 geht das Interesse daran jedoch wieder deutlich zurück - von 52 Prozent im Jahr 2009 auf 44 Prozent im 3. Quartal 2011.

Die GfK-Expertin Sonja Buchinger ist auch nicht überrascht, dass Versicherungen von den aktuellen Entwicklungen nicht profitieren können. Ganz im Gegenteil: Sowohl die klassische Lebensversicherung (20 Prozent) als auch die staatlich geförderte Zukunftsvorsorge (13 Prozent) seien viel unbeliebter als zu Vorkrisenzeiten (2007: 28 Prozent bzw. 22 Prozent). Auch der Bausparvertrag, immer noch beliebteste Sparform der Österreicher, hat die Top-Werte der Jahre 2001 bis 2004 (zwischen 57 und 58 Prozent) hinter sich.

Jetzt im Herbst bevorzugen noch 46 Prozent der Befragten den klassischen "Bausparer". Buchinger: "Es ist den Österreichern jetzt wichtig, dass das Geld möglichst rasch zur Verfügung steht, wenn es gebraucht wird. Auf längere Kapitalbindungen möchte sich zur Zeit kaum jemand einlassen."

Im Gegensatz zum Sparbuch steht Gold bei den Österreichern so hoch im Kurs wie lange nicht: Immerhin 22 Prozent ließen sich im Herbst von den Kursschwankungen nicht irritieren und fanden das glänzende Metall als Anlage interessant. 2007 waren es 7 Prozent.

Was Bankern Schweißperlen auf die Stirn treibt: Der Anteil derjenigen, die den Sparstrumpf bevorzugen, steigt auch: 2007 fanden nur 5 Prozent das Sparen zuhause interessant, mittlerweile sind es bereits doppelt so viele. Buchinger: "Aufgrund der steigenden Verunsicherung zieht mittlerweile jeder zehnte Österreicher sogar in Betracht, das Geld einfach zu Hause zu bunkern."