Erstellt am 17. November 2012, 12:01

Google wegen Geheim-Cookie verurteilt. Der Internetkonzern Google ist am Freitag wegen eines Datenschutzvergehens in den USA zu einer Geldstrafe von 22,5 Millionen Dollar verurteilt worden.

Damit blieb die Richterin weit hinter der Forderung von Verbraucherschutzorganisationen zurück. Diese hatten argumentiert, dass Google alle vier Stunden einen Umsatz in der Höhe der nun verhängten Geldstrafe erziele. Die Zahlung ist Teil eines Vergleichs, den Google vor drei Monaten mit der US-Handelskammer geschlossen hatte. Hintergrund des Rechtsstreits war ein Cookie, das Google auf Rechnern von Nutzern des Internetbrowsers Safari platzierte. Das Programm umging gezielt Mechanismen des Browsers, die die Onlineaktivitäten der Nutzer vor Google verschleiern sollten.

Unterdessen arbeitet Google mit seinem Smartphone-Rivalen Apple an einer Beilegung ihres Patentkriegs. Die zwei Schwergewichte der Branche haben dazu Gespräche über eine Schlichtung ihrer gerichtlichen Auseinandersetzung um Standardpatente begonnen. Eine Einigung in diesem Fall, der vor einem Gericht im US-Staat Wisconsin spielt, könnte letztlich zu einem Ende der weltweiten Streitigkeiten führen.

"Wir haben lange nach einem Weg gesucht, die Patentthemen zu lösen, und wir begrüßen die Chance, auf dem konstruktiven Dialog zwischen unseren Unternehmen aufzubauen", schrieb Google in einem Brief an die Gegenseite. "Apple ist ebenfalls daran interessiert, den Disput mit (der Google-Tochter) Motorola vollständig beizulegen", erklärte der Elektronikkonzern in einem am Donnerstag eingereichten Gerichtsdokument.

Das Verfahren in Wisconsin läuft seit Anfang 2011. Es ist jedoch nur einer von vielen Patentprozessen in der Mobilfunk-Branche. Google ist wegen seines Betriebssystems Android darin verstrickt, das von einer ganzen Reihe an Smartphone-Herstellern genutzt wird - unter anderem von HTC. Mit dem taiwanesischen Unternehmen hatte sich Apple jüngst geeinigt. Mit dem Apple-Hauptrivalen und Google-Partner Samsung zeichnete sich dagegen bis zuletzt keine Lösung ab.