Erstellt am 14. November 2012, 13:51

Großteil ehemaliger Lehrlinge mit Beruf zufrieden. Seit Jahren wirbt die Wirtschaftskammer mit dem Spruch "Karriere mit Lehre", nun wurde dieser erstmals auf seine Richtigkeit geprüft.

Das Ergebnis: Drei Jahre nach dem Lehrabschluss sind zwei Prozent der ehemaligen Lehrlinge bereits selbstständig, jeder Fünfte nimmt eine Führungsposition ein, 91 Prozent sind mit dem erlernten Beruf zufrieden und nur jeder Hundertste ist arbeitslos. Die Studie des Instituts für Bildungsforschung der Wirtschaft wurde am Mittwoch bei einem Pressegespräch der Wirtschaftskammer Salzburg vorgestellt. Besonders hoch ist die Zufriedenheit demnach in der Lebensmittelbranche (100 Prozent) und im Bereich Elektrotechnik/Elektronik (96 Prozent), am geringsten im Tourismus und in der Gastronomie (83 Prozent).

Knapp ein Drittel der Befragten hatte allerdings nur drei Jahre nach dem Lehrabschluss bereits den Beruf gewechselt. Im Bereich Metalltechnik/Maschinenbau wechselten über 40 Prozent. Studienautor Helmut Dornmayr will dies allerdings neutral sehen. Viele seien auf einen verwandten Job umgestiegen, häufig liege der Grund dafür am Einkommen, an den Arbeitszeiten oder am Arbeitsort. "Es ist auch ein Zeichen der beruflichen Mobilität und der Nachweis, dass die Lehre für diese Mobilität eine gute Ausbildung ist."

Hauptmotiv für die Entscheidung zur Lehre war die Möglichkeit, sofort Geld zu verdienen. "Ein Kfz-Trechniker hat mit 24 Jahren, also wenn ein Akademiker ins Berufsleben einsteigt, schon 180.000 Euro verdient, das muss man erst einmal aufholen", so Manfred Pammer, der Leiter der Stabsstelle Bildung.

Die größten Nachteile sind für die ehemaligen Lehrlinge das geringe Ansehen in der Gesellschaft und die eingeschränkten Möglichkeiten, sich beruflich weiterzubilden. Und genau hier leiten sich auch die Forderungen der Wirtschaftskammer ab: Nach der Einführung der "Lehre mit Matura", die in Salzburg bereits von jedem zehnten Lehrling genutzt wird, "wollen wir die Durchlässigkeit weiter ausbauen", so Pammer, der ganz konkret eine Berufsakademie nach Schweizer Vorbild vorschlägt. "Am Zug ist die Politik", so Kammerpräsident Schmalz.