Erstellt am 22. August 2012, 18:37

Haushalte seit Euro mit 12,2 Prozent mehr Geld. Die Oesterreichische Nationalbank hat am Mittwochabend in den Chor der Kritiker einer vergangene Woche publizierten UBS-Analyse eingestimmt und erklärt, dass Österreichs Haushalte zwischen 2000 und 2010 gar keine Reallohnverluste erleiden hätten müssen.

Tatsächlich sei die Summe des inflationsbereinigten verfügbaren Einkommens der privaten Haushalte in Österreich um 12,2 Prozent gestiegen. Das sei Folge der relativ geringen Teuerung bei den Verbraucherpreisen (HVPI). Die UBS-Darstellung weise aber für alle Einkommensgruppen "eine teils erhebliche negative Realeinkommensentwicklung aus, was mit der Gesamtentwicklung der realen verfügbaren Einkommen in Österreich offensichtlich logisch nicht vereinbar ist - und auf schwere methodische Mängel in der UBS-Analyse hinweist".

Auch das von UBS behauptete, "im Prinzip zutreffende" höhere Gewicht der Preissteigerungen für Nahrungsmittel und Energie bei niedrigeren Einkommen "kann die von der UBS berechnete ungünstige Position Österreichs im internationalen Vergleich nicht erklären".

Die relativ schwache Reallohnentwicklung habe mitgeholfen, im Export Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und das Beschäftigungsniveau hoch zu halten, schreibt die OeNB. "Nicht ohne ökonomischen Grund befinden sich Länder mit einem historisch deutlich stärkeren Anstieg der Lohnstückkosten heute in erheblichen makroökonomischen Schwierigkeiten."

UBS war in ihrer Studie zum Ergebnis von durchgängigen Reallohnverlusten zwischen 2000 und 2010 gelangt - in den unteren Einkommensschichten am höchsten. Die Bank Austria ging am Mittwoch auch von Reallohnverlusten aus, aber deutlich geringeren als den von der UBS errechneten.