Erstellt am 29. März 2011, 13:07

Haydntage 2011 als musikalischer Brückenschlag in die Neue Welt. Einen musikalischen Brückenschlag in die Neue Welt unternehmen heuer die 23. Internationalen Haydntage in Eisenstadt. Von 8. bis 18. September interpretieren renommierte Orchester und Ensembles unter dem Motto: "Haydn und die Neue Welt" im Haydnsaal von Schloss Esterhazy Musik aus drei Kontinenten.

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Einen musikalischen Brückenschlag in die Neue Welt unternehmen heuer die 23. Internationalen Haydntage in Eisenstadt. Von 8. bis 18. September interpretieren renommierte Orchester und Ensembles unter dem Motto: "Haydn und die Neue Welt" im Haydnsaal von Schloss Esterhazy Musik aus drei Kontinenten. Neue Wege werden auch bei der Eröffnung beschritten: Zu den Klängen von Antonin Dvoraks Symphonie "Aus der Neuen Welt" und Joseph Haydns Paukenschlag-Symphonie kann das Publikum in eine dreidimensionale Bilderwelt eintauchen, die das Ars Electronica Futurelab für diesen Anlass kreiert.

   "Es wird gerade eine eigene 3D-Welt gebastelt in Linz für uns, für den Haydnsaal", schilderte Haydnfestspiele-Intendant Walter Reicher am Dienstag bei der Programmpräsentation in Eisenstadt. Im Saal wird für das Eröffnungskonzert eine riesige Leinwand montiert. Jeder Besucher erhält eine 3D-Brille. Den musikalischen Part der Eröffnung bestreitet heuer die Orchester Akademie Ossiach unter der Leitung von Martin Sieghart.

   Obwohl das Thema Neue Welt auf den ersten Blick nichts mit Haydn zu tun habe - er war nie selbst in Amerika - gibt es doch viele Anknüpfungspunkte, derer sich die Haydntage heuer annehmen. Die "Neue Welt" sei bereits zu Lebzeiten des Komponisten ein Begriff gewesen, meinte Reicher.

   Schon 1766 sei nachweislich Haydns Symphonie Nr. 17 an der amerikanischen Ostküste bekanntgewesen. Bei den Überlegungen für das Konzertprogramm standen mehrere Fragenbündel im Mittelpunkt: Neben der Geltung von Haydns Werken in Nord- und Südamerika beschäftigte man sich auch mit der Überlegung, welche Vorstellung Haydn von der Neuen Welt hatte. 1732 geboren, war er gleich alt wie George Washington. Auch besaß der Komponist einen wunderbaren, mit Zeichnungen illustrierten Atlas "Die Reisen des James Cook".

   Als Opernkapellmeister führte Haydn Werke wie Niccolo Zingarellis "Montezuma" und "Idalide" von Giuseppe Sarti auf, deren Ouvertüren ebenfalls heuer beim Festival zu hören sein werden. Auch der Einfluss Haydns auf Komponisten - von seinem Schüler Sigismund Neukomm, der nach Brasilien ging, bis hin zu Leonard Bernstein - wird im Programm gewürdigt. Der klangliche Bogen spannt sich bis zur südamerikanischen Musik der Gegenwart in Gestalt der Tangomelodien von Piazolla, die Viviane Chassot - ebenso wie auch Haydns Symphonie Nr. 54 - am Akkordeon darbietet.

   "Es geht um Interpreten, es geht um die Werke, und es geht um den Ort. Das muss richtig zusammentreffen, dann hat das Publikum bei uns in jedem einzelnen Konzert ein schönes Erlebnis", beschrieb Reicher die Intention bei der Programmauswahl. Hochkarätige Interpreten sollen wieder für klangliche Erlebnisse sorgen: Fixstarter und Publikumsliebling Adam Fischer mit der Österreichisch-Ungarischen Haydnphilharmonie tritt mit zwei Programmen auf. Beim Abschlusskonzert wirken diesmal auch die Wiener Sängerknaben mit.

   Zu den Vertretern historischer Aufführungspraxis, die heuer mitwirken, zählen "Barockspezialist" Giovanni Antonini, Trevor Pinnock aus England und der Deutsche Michael Schneider. Ebenfalls nach Eisenstadt kommen Sir Neville Marriner, der das Wiener Kammerorchester dirigiert, die Cellistin Sol Gabetta und Jazzsängerin Cassandra Wilson. Wissenschaftlich begleiten soll die Haydntage das schon traditionelle Symposium, das heuer mit 20 Referenten aufwartet.

   Das Burgenland habe in den vergangenen Jahrzehnten eine umfassende Haydnpflege umgesetzt, so Kulturlandesrat Helmut Bieler. Seitens der Öffentlichen Hand seien dafür rund 20 Millionen Euro aufgewendet worden. Auch die Landeshauptstadt unterstütze das Musikfestival, weil es wichtig sei, sich als Haydnstadt zu positionieren, erklärte Bürgermeisterin Andrea Fraunschiel.