Erstellt am 03. Oktober 2012, 12:19

Heinisch-Hosek für Reform der Familienförderung. Frauenministerin Heinisch-Hosek hat am Mittwoch ihre Forderung nach einer Reform der Familienförderung bekräftigt und unterstreicht dies mit aktuellen Umfrageergebnissen.

Das 3. "Frauenbarometer" zeige, dass sich die Bevölkerung sowohl eine höhere Familienbeihilfe als auch mehr Investitionen in die Kinderbetreuungseinrichtungen wünschten, fasste die Ministerin die wesentlichen Punkte zusammen. 47 Prozent der vom Institut "Meinungsraum" befragten Personen beiderlei Geschlechts fühlen sich "gut" oder "eher gut"über das Thema Familienförderung informiert. Ein Info-Defizit wurde dagegen für 53 Prozent konstatiert. Am bekanntesten ist wenig überraschend die Familienbeihilfe, die 92 Prozent der Befragten ein Begriff ist. Mit der Höhe sind 46 Prozent einverstanden, 39 Prozent aber nicht.

Die Kinderbetreuung wird freilich nicht einmal von der Hälfte der Befragten mit Kindern unter zehn Jahren, nämlich 43 Prozent, genutzt. Generell ergab die Befragung, dass nur 30 Prozent aller Umfrageteilnehmer mit "der Familienfreundlichkeit des österreichischen Steuersystems", so die Formulierung, sehr oder eher zufrieden seien - mehr als die Hälfte dagegen "weniger" oder "gar nicht". Wenig Lorbeeren erntete das Kinderbetreuungsangebot in Österreich: Zwar sind 40 Prozent mit dem Platzangebot zufrieden, aber 36 Prozent finden, es gebe zu wenig.

Die Frauenministerin sieht sich durch all diese Ergebnisse in ihrem Bemühen um eine Systemreform bestätigt. Das SPÖ-Konzept sieht ja eine Erhöhung der Familienbeihilfe von 225 Euro bis 240 Euro vor. Im Gegenzug sollen die diversen Absetz- und Freibeträge gestrichen werden. Das derzeitige System sei ein "Labyrinth" und "zu kompliziert, zu ungerecht, zu unsicher", so Heinisch-Hosek.

Ihr Modell dagegen wäre "transparent, gerecht und fair" - und: "Sofort umsetzbar", da dafür keine Steuerreform nötig wäre. Einmal mehr betonte Heinisch-Hosk auch, dass ihr System "kostenneutral" wäre und 150 Millionen Euro freischaufeln könnte, die wiederum in den Ausbau der Kinderbetreuung investiert werden könnten.