Erstellt am 12. November 2012, 11:50

Heinisch-Hosek will mehr Väter in Karenz. Frauenministerin Heinisch-Hosek bemüht sich wieder, Männer für die Kinderbetreuung zu begeistern.

2015 soll laut Ministerin ein Fünftel der Väter in Karenz gehen. Aktuell sind im Durchschnitt quer durch alle Kindergeld-Varianten knapp fünf Prozent der Bezieher männlich. Erreichen will man diese Steigerung durch die Fortsetzung einer Informationskampagne, sagte Heinisch-Hosek am Montag. Österreich sei im internationalen Vergleich bei der Väterquote in der Karenz immer noch im unteren Durchschnitt, erklärte die Ministerin. Am häufigsten werden hierzulande die Kurzvarianten von zwei bis vier Monaten in Anspruch genommen (elf Prozent bei einjähriger Pauschale, 9 Prozent bei einkommensabhängiger Variante). Eine Spitzenposition nimmt wie so oft Skandinavien ein, wo 89 Prozent der Väter eine berufliche Auszeit für die Kinderbetreuung nehmen. Aber auch in Deutschland geht mittlerweile ein Viertel (26 Prozent) der Väter in Karenz.

"Traut euch, liebe Väter, geht in Karenz", appellierte die Ministerin daher. Sie sei der "tiefen Überzeugung", dass alle - Männer, Frauen und Kinder - etwas davon hätten. "Auch die Wirtschaft profitiert", betonte Heinisch-Hosek, die aber noch viel Skepsis bei den Unternehmen, vor allem bei Klein- und Mittelbetrieben, ortete. Einmal mehr forderte sie einen Papa-Monat auch in der Privatwirtschaft.

Nach der ersten "Echte Männer gehen in Karenz"-Kampagne im Jahr 2010 sei die Zahl der männlichen Kindergeldbezieher gestiegen, mittlerweile habe es aber wieder einen kleinen Einbruch gegeben, wurde bedauert. Mit der Fortsetzung der Kampagne und einer Informationsoffensive gemeinsam mit der Arbeiterkammer im kommenden Jahr will man den Trend nun wieder umkehren. "Karenz-Mentoren" sollen Interessierten außerdem via Rede und Antwort stehen.